Drei von zehn Leibniz-Preisen 2006 gehen nach Bayern

Drei von zehn Leibniz-Preisen der Deutschen Forschungsgemeinschaft (DFG) gehen 2006 nach Bayern.

02.12.2005 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Dies teilte Bayerns Wissenschaftsminister Thomas Goppel am Freitag in München mit. Prof. Dr. Patrick Cramer (Universität München), Prof. Dr. Ferenc Krausz (Universität München und Max-Planck-Institut für Quantenoptik Garching) und Prof. Dr. Peter Wasserscheid (Universität Erlangen-Nürnberg, zusammen mit Prof. Dr. Matthias Beller, Universität Rostock) erhalten den mit 1,55 Mio. Euro höchstdotierten deutschen Förderpreis. "Der Leibniz-Preis 2006 geht an drei herausragende bayerische Forscherpersönlichkeiten. Er würdigt ihre bisherigen Leistungen und ermöglicht ihnen, ihre wissenschaftlichen Arbeiten noch schneller voranzubringen und weiter auszubauen", erklärte der Minister. "Wie im vergangenen Jahr gehen gleich drei von zehn Preisen nach Bayern – das ist auch eine Auszeichnung des Wissenschaftsstandorts Bayern", so Goppel.

Ziel des Leibniz-Programms, das 1985 eingerichtet wurde, ist es, die Arbeitsbedingungen herausragender Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu verbessern, ihre Forschungsmöglichkeiten zu erweitern, sie von administrativem Arbeitsaufwand zu entlasten und ihnen die Beschäftigung besonders qualifizierter jüngerer Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zu erleichtern. Der Preis ist für experimentell und mit apparativem Aufwand arbeitende Wissenschaftler mit 1,55 Millionen Euro dotiert. Stärker theoretisch arbeitende Wissenschaftler erhalten 775.000 Euro. Die Förderung wird nur auf Vorschlag Dritter gewährt. Die Entscheidung über die Preisträger trifft der Bewilligungsausschuss für die Allgemeine Forschungsförderung der Deutschen Forschungsgemeinschaft, der heute seine Entscheidung bekannt gegeben hat. Die Verleihung des Leibnizpreises 2006 findet am 8. Februar 2006 in Berlin statt.

Die bayerischen Preisträger des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises 2006:

Prof. Dr. Patrick Cramer gehört weltweit zu den führenden Wissenschaftlern in der Genforschung. Ein wissenschaftlicher Durchbruch gelang ihm mit der Entschlüsselung der dreidimensionalen Struktur eines der größten Enzyme im Zellkern, der RNA-Polymerase II, die eine wichtige Rolle bei der Umsetzung von genetischen, also im Erbmolekül DNA enthaltenen Informationen in Proteine spielt. Prof. Dr. Cramer ist seit 2004 Inhaber des Lehrstuhls für Biochemie am Genzentrum der Universität München.

Prof. Dr. Ferenc Krausz ist eine international prägende Figur der Laserphysik. Ihm ist der bahnbrechende Erfolg gelungen, bei den ultrakurzen Lichtimpulsen in den Attosekundenbereich (10-18 Sekunden entspricht 0,000000000000000001 Sekunden) vorzudringen. Er hat damit ein neues Arbeits- und Forschungsgebiet begründet: "Atto-Science". Prof. Dr. Krausz ist seit 2003 Direktor am Max-Planck-Institut für Quantenoptik in Garching und hat seit 2004 einen Lehrstuhl für Quantenoptik am Department für Physik der Universität München inne.

Prof. Dr. Peter Wasserscheid ist einer der Pioniere der Forschungsrichtung des gezielten Einsatzes ionischer Flüssigkeiten (Salzschmelzen). Die von ihm entwickelten halogenfreien ionischen Flüssigkeiten gelten als besonders umweltfreundlich. Er hat diese Stoffklasse durch seine wegweisenden Arbeiten in den Blickpunkt des allgemeinen wissenschaftlichen Interesses gerückt und kommerziell verfügbar gemacht. Seit dem Jahr 2003 ist Prof. Dr. Wasserscheid Inhaber des Lehrstuhls für Chemische Reaktionstechnik an der Universität Erlangen-Nürnberg. Prof. Dr. Wasserscheid teilt sich den Preis mit Prof. Dr. Beller von der Universität Rostock.


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