Entwurf zur Änderung der gymnasialen Schulordnung in der Anhörung

Im Zuge der Einführung des achtjährigen Gymnasiums zum kommenden Schuljahr wird auch die Schulordnung für die Gymnasien geändert. Der Entwurf wurde den betroffenen Verbänden zur Anhörung zugeleitet. Sie haben die Möglichkeit, bis zum 19. Mai Stellung zu nehmen. Am 24. Mai findet im Kultusministerium eine mündliche Erörterung statt. Der Entwurf ist ebenfalls im Internet unter www.g8-in-bayern.de einsehbar. Kernpunkt des Entwurfs ist, dass die Gymnasien ab dem kommenden Schuljahr größere Gestaltungsmöglichkeiten erhalten.

06.05.2004 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Unterricht und Kultus

Neben den besonderen Regelungen für das achtjährige Gymnasium sieht der Entwurf neue Möglichkeiten des Vorrückens vor. Das bedeutet nicht, dass das Sitzenbleiben in Bayern abgeschafft werden soll. Vielmehr soll mit den neuen Regelungen unnötiges Wiederholen vermieden werden. Ein Beispiel: Hat ein Schüler in den Fächern Latein und Erdkunde eine 5, kann er auf Probe vorrücken, wenn die Klassenkonferenz der Meinung ist, dass der Schüler die Mängel bis zu den Herbstferien beheben kann. Zudem müssen die Eltern einen Antrag stellen. Die Ehrenrunde bleibt allerdings bei einer 5 in Latein und gleichzeitig einer 5 in Mathe erhalten, weil dies zwei Kernfächer sind.

Zudem sieht der Entwurf eine Modifizierung der Leistungsnachweise vor. Hier wird nur noch eine Mindestzahl vorgeschrieben. An Stelle einer Schulaufgabe können zudem andere gleichwertige Leistungen treten. Beispiel: In den modernen Fremdsprachen kann es an Stelle der schriftlichen Schulaufgabe auch eine mündliche Partner- oder Gruppenprüfung geben. Auf diese Weise wird die pädagogische Kompetenz der Lehrkräfte gestärkt. Gestrichen wurde die Deutsche Hausaufgabe in der Jahrgangsstufe 11, die von vielen Lehrern als ungerecht empfunden wurde, weil nicht zu kontrollieren war, wer letztendlich die Arbeit geschrieben hat und der Einfluss des Internets immer größer geworden ist.

Die Änderungen der gymnasialen Schulordnung (GSO) zur Einführung des neuen achtjährigen Gymnasiums geben den Schulen mehr Entscheidungsfreiheit in pädagogischen und fachlichen Fragen und kommen den vielfachen Wünschen von Lehrern, Eltern und Schülern nach. Die Änderungen der Schulordnung gehen auch auf die Erfahrungen der Modus 21-Schulen zurück.


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