Erfolgskonzept "Deutsch & PC" wird ausgeweitet:

Das gemeinsame Modellprojekt "Deutsch & PC" der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und des Hessischen Kultusministeriums zur Förderung der Sprach-, Lese- und Medienkompetenz von Zuwandererkindern wird von 15 auf insgesamt 59 Grundschulen in Hessen ausgeweitet. Kultusministerin Karin Wolff und Dr. Roland Kaehlbrandt, Geschäftsführer der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung, überreichten den 44 neuen Projektschulen heute im Rahmen einer Feierstunde im Schloss Biebrich in Wiesbaden die Aufnahmeurkunden.

16.01.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Kultusministerium

"Das Erfolgskonzept von Deutsch & PC hat sich bewährt: Mit der Erweiterung des Projekts zum Schuljahr 2005/06 möchten wir möglichst viele Zuwandererkinder gezielt und individuell fördern und ihnen einen erfolgreichen Bildungsweg ermöglichen", erklärten Wolff und Kaehlbrandt.

"Deutsch & PC" wurde 2001 von der Gemeinnützigen Hertie-Stiftung und dem Hessischen Kultusministerin an zunächst drei Grundschulen mit einem Zuwandereranteil von rund 70 Prozent im Frankfurter Gallusviertel ins Leben gerufen. Alle Erstklässler mit unzureichenden Deutschkenntnissen werden täglich in eigenen kleinen Fördergruppen parallel zur restlichen Klasse in Deutsch und Mathematik unterrichtet. Dieser Unterricht wird durch den Einsatz moderner Lernprogramme am PC ergänzt, die das individuelle Lernen unterstützen und den Kindern gleichzeitig grundlegende Kenntnisse im Umgang mit modernen Medien vermitteln. 2004 wurde das Projekt um 12 Grundschulen mit hohem Zuwandereranteil erweitert.

"Die Erfahrungen an allen ´Deutsch & PC'-Schulen sind durchweg sehr positiv", erklärte Kultusministerin Wolff. Kinder, die anfangs noch mit erheblichen Sprachschwierigkeiten in Deutsch zu kämpfen haben, holen innerhalb kurzer Zeit auf und schaffen den Anschluss an ihre deutschsprachigen Mitschüler. Gleichzeitig profitieren auch die übrigen Kinder von der anfänglichen Trennung in den Fächern Deutsch und Mathematik: Sie kommen im Unterricht zügiger voran, da die Lehrkräfte keine zusätzliche Zeit für die Schülerinnen und Schüler mit Defiziten in der deutschen Sprache aufwenden müssen. "Die jüngsten PISA-Ergebnisse haben erneut bestätigt, dass die Beherrschung der deutschen Sprache der Schlüssel zum schulischen und beruflichen Erfolg von Zuwandererkindern ist", betonte die Ministerin.

"Deutsch & PC ist ein gelungenes Beispiel für eine erfolgreiche öffentlich-private Partnerschaft zu einem zentralen bildungspolitischen Thema", sagte Dr. Roland Kaehlbrandt. "Erklärtes Ziel unseres gemeinsamen Projekts ist, die Integration ausländischer Kinder in die Gesellschaft unseres Landes zu fördern."

Das Hessische Kultusministerium unterstützt alle 59 "Deutsch & PC"-Schulen mit den erforderlichen zusätzlichen Lehrerstellen, die sich nach der Anzahl der Fördergruppen richten. Jährlich stellt Hessen für "Deutsch & PC" rund 6 Mio. Euro zur Verfügung. Die Gemeinnützige Hertie-Stiftung unterstützt das Projekt mit einer Gesamtfördersumme von 2 Mio. Euro für den Zeitraum 2001 bis 2008. Dabei konzentriert sich die Stiftung nach Abschluss der Pilotphase jetzt auf die Förderung der Elternarbeit und die Koordination des Schulnetzwerks.

Das Projekt "Deutsch & PC" ist Teil eines umfassenden schulischen Gesamtförderkonzepts der Hessischen Landesregierung für Schülerinnen und Schüler mit Migrationshintergrund. Im Schuljahr 2004/05 besuchten rund 70.000 Schülerinnen und Schüler rund 6.200 Förderkurse zur Verbesserung ihrer Sprachkenntnisse, Kurs- und Schülerzahl haben sich damit seit 1999 mehr als verdoppelt. Für das Gesamtförderkonzept stellt das Land im laufenden Schuljahr 965 Lehrerstellen und damit mehr als 40 Mio. Euro zur Verfügung.

Für die Gemeinnützige Hertie-Stiftung ist "Deutsch & PC" ein wichtiger Baustein der Bildungsinitiative für Zuwandererkinder und -jugendliche in Hessen. Die Stiftung konzentriert sich dabei auf die Sprach- und Begabtenförderung. In der Sprachförderung hat sie gemeinsam mit Partnern Integrationsprojekte für 3- bis 18-Jährige entwickelt. Das bekannteste Projekt dieser Initiative ist "START", ein Stipendienprogramm für begabte und engagierte Zuwandererkinder, das in Hessen ebenfalls in Kooperation mit dem Hessischen Kultusministerium durchgeführt wird.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden