GEW Berlin verurteilt geplante Massenentlassungen in der Charité

Die GEW Berlin verurteilt auf das Schärfste die von Vorstand und Aufsichtsrat der Charité geplanten massenhaften Kündigungen in der Universitätsmedizin.

31.05.2005 Berlin Pressemeldung GEW Berlin

Die neue Berliner GEW-Vorsitzende, Rose-Marie Seggelke: "Mit der Androhung von 1.500 Kündigungen wollen Vorstand und Aufsichtsrat der Charité die Gewerkschaften unter Druck setzen, um massive Lohnkürzungen sowie längere Arbeitszeiten zu erreichen. Diese erpresserische Politik muss umgehend beendet werden. Sie schürt Angst vor dem Verlust des Arbeitsplatzes und gefährdet den sozialen Frieden in der Stadt. Mit der Pistole vor der Brust lässt sich schlecht verhandeln und im Übrigen auch schlecht arbeiten."

Obwohl das unabhängige Gutachten die Charité gegenwärtig nicht in einer Notlage sieht, wollen Vorstand und Aufsichtsrat einen Notlagentarifvertrag erzwingen. Löhne und Gehälter sollen drastisch gesenkt werden, ohne dafür einen Freizeitausgleich zu gewähren. Urlaubs- und Weihnachtsgeld sollen gestrichen und die Arbeitszeit erhöht werden. Das geht weit über die Einschnitte im Land Berlin und in den Hochschulen hinaus.

Der Abbau von über 4000 Arbeitsplätzen in der Charité könnte außerdem erneut eine Diskussion über die Schließung von Standorten und die Privatisierung von Teilbereichen in Gang setzen.

Die Arbeitnehmer/innen des Landes Berlin und der Hochschulen leisten mit einer Kürzung ihrer Einkommen und ihrer Arbeitszeit von durchschnittlich 10% bis Ende 2009 einen erheblichen Beitrag zur Konsolidierung des Landeshaushalts. Es gibt keinen Grund, den Beschäftigten der Charité noch tiefer in die Tasche zu greifen.

Die GEW BERLIN fordert den Vorstand der Charité und den Berliner Senat auf, die Androhung von Kündigungen umgehend zurück zu nehmen und den Weg für Tarifverhandlungen frei zu machen.

Ansprechpartner

GEW Berlin

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