GEW ruft zur Teilnahme an Grundschuldemo auf
Die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW), Landesverband Saarland, ruft alle Lehrerinnen und Lehrer des Saarlandes zur solidarischen Teilnahme an der am kommenden Mittwoch stattfindenden Großdemonstration gegen die Grundschulschließungen auf.
24.01.2005 Pressemeldung GEW SaarlandFür die GEW bedeuten die geplanten Schulschließungen einen Kahlschlag in der saarländischen Schullandschaft, der auch Auswirkungen auf anderen Schulformen haben wird. So befürchtet die GEW eine Verschlechterung der individuellen Fördermöglichkeiten in den Grundschulen durch größere Klassen. Dadurch werden die Chancen vieler Kinder, auf weiter führende Schulen zu kommen, geringer und die Bildungsbenachteiligung von Kindern aus sozial schwachen Familien sowie Migrantenkindern wird zunehmen.
GEW-Landesvorsitzender Klaus Kessler sagt dazu wörtlich: "Durch die Grundschulschließungen wird die soziale Schieflage in unserem Bildungssystem noch verschärft. Der Auslesedruck wird größer, da sich ein Lehrer nicht mehr so intensiv um jeden einzelnen Grundschüler kümmern kann. Die Folge davon wird sein, dass weniger Kinder den Übergang auf das Gymnasium schaffen werden als bisher. Ohnehin haben wir im Saarland eine geringere Abiturientenquote als die meisten anderen Bundesländer."
Die GEW befürchtet weiter, dass durch Stelleneinsparungen im Grundschulbereich im Umfang von 300 - 400 Stellen in den nächsten 3 Jahren bereits ab dem kommenden Schuljahr kaum noch neu ausgebildete Grundschullehrkräfte im Saarland eingestellt werden. Nach Berechnungen der GEW gehen im Laufe des nächsten Jahres rund 120 Grundschullehrkräfte in den Ruhestand, die dringend ersetzt werden müssten. "Anstatt Schulschließungen als Maßnahmen der Qualitätsverbesserung zu bezeichnen, sollte Kultusminister Jürgen Schreier besser alle frei werdenden Lehrerstellen an den Grundschulen wieder besetzen. Das wären echte Maßnahmen zur Qualitätserhaltung an den Grundschulen", sagte Klaus Kessler.
Die GEW unterstützt die Forderung der Landeselternvertretung einen runden Tisch zur "Neuordnung der Grundschullandschaft" im Saarland einzurichten. Alle Betroffenen sollen in Gespräche eingebunden werden, um tragfähige Kompromisse zu beraten.
Die Großdemonstration beginnt am Mittwoch, dem 26.01.2005 um 14.30 Uhr am Saarbrücker Hauptbahnhof und endet mit einer Kundgebung gegen 15.30 Uhr bis 16.00 Uhr vor dem Landtag des Saarlandes. Auf Einladung der Initiative "Rettet die Grundschulen im Saarland" wird auch die GEW-Bundesvorsitzende Dr. Eva-Maria Stange sprechen.
Keine Kommentare vorhanden