Individuelle Förderung für niedersächsische Schülerinnen und Schüler
"Die Forderung nach individueller Förderung eines jeden Kindes ist eine der wichtigsten Botschaften, die wir den PISA-Studien entnehmen können. Schule muss ganz individuelle Fördermöglichkeiten bereithalten. Das setzt voraus, dass sie diagnostisch vorgehen und die Lernausgangslage und die Lernfortschritte beschreiben kann", hat der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute (11.09.2006) die seit Beginn des Schuljahres 2006/2007 verbindliche Dokumentation der individuellen Lernentwicklung in den niedersächsischen Schulen begründet. Beginnend mit den Jahrgängen 1 und 5 und dann Jahr für Jahr aufbauend werden Lernfortschritte in einem im vergangenen Schuljahr erprobten und weiter entwickelten Verfahren erfasst und dokumentiert.
12.09.2006 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium"Wir geben keine landesweit einheitliche Form der Dokumentation vor, damit die Schulen bereits entwickelte, gut eingeführte Verfahren weiter verwenden können und Lösungen finden, die auf ihre spezifischen Bedingungen abgestellt sind", sagte Busemann. Innerhalb einer Schule müsse allerdings eine einheitliche Form der Dokumentation eingesetzt werden. Zu den immer zu erfassenden Bereichen gehörten die Schlüsselkompetenzen, Lesen, Rechtschreiben und Mathematik. Für die Grundschulen seien bei Schuleintritt motorische Fähigkeiten und die Wahrnehmungsfähigkeit von Bedeutung. "Vor allem sollen aber fächerübergreifend differenzierte Angaben zum Arbeits- und Sozialverhalten gemacht werden", erläuterte Busemann. Darüber hinaus könnten die Schulen selbst weitere Bereiche festlegen, die dokumentiert werden sollen. "Aus den Erfahrungen der 40 Pilotschulen und der 100 Schulen, die das Projekt im letzten Schuljahr begleitet hatten, wissen wir, dass damit der Austausch über die einzelnen Schülerinnen und Schüler in den Lehrerkollegien deutlich verstärkt wird. Es entsteht ein relativ genaues Gesamtbild mit den jeweiligen Stärken und Schwierigkeiten der Schülerin oder des Schülers. Das ist auch bei Elterngesprächen sehr hilfreich", machte Busemann deutlich.
"Keiner soll verloren gehen, niemand darf zurückbleiben. So lautet eine Kernforderung unserer ganzheitlichen Schul- und Bildungspolitik. Wir wollen erreichen, dass alle Schülerinnen und Schüler entsprechend ihren Fähigkeiten und Fertigkeiten die bestmögliche Förderung erhalten", so Busemann abschließend.
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