Integration ist Leben in Vielfalt - Grundsätze und Perspektiven einer familienorientierten Integrationspolitik

Integration ist keine Einbahnstraße, sondern ein wechselseitiger Prozess zwischen zugewanderter Bevölkerung und aufnehmender Gesellschaft. Die Anerkennung der kulturellen Vielfalt und das Ziel eines gleichberechtigten Neben- und Miteinanders heterogener Bevölkerungsgruppen auf der Basis unserer Verfassung sind dabei wichtige Eckpunkte. Das erfordert Anstrengungen von beiden Seiten. Von der deutschen Mehrheitsgesellschaft wird Akzeptanz der Unterschiedlichkeit und Offenheit gefordert ebenso wie eine kritische Reflexion der eigenen Haltungen und Wahrnehmungen.

15.10.2004 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Migrantinnen und Migranten erbringen selbst den größten Kraftaufwand zu ihrer Integration. Die Ergebnisse des Sechsten Familienberichts der Bundesregierung ''Familien ausländischer Herkunft in Deutschland'' haben gezeigt, dass ihnen das zum größten Teil auch gelingt. Familien bilden für ihre Mitglieder den Identität stiftenden Bezugspunkt, ihre Netzwerke gewährleisten hilfreiche und nützliche Unterstützungen. Familie ist zugleich der zentrale Ort, an dem die Anstrengungen der Integration aufgefangen und kommuniziert werden können.

Das sind zentrale Aussagen eines Manifestes zu Grundsätzen und Perspektiven einer familienorientierten Integrationspolitik, das die Parlamentarische Staatssekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Marieluise Beck, heute gemeinsam mit dem Bundesforum Familie in Berlin vorstellt. Das Manifest ist Ergebnis der Arbeitsphase 2003/2004 des Bundesforums Familie, in deren Mittelpunkt das Thema ''Migrationsfamilien zwischen Integration und Ausgrenzung'' stand. Das Bundesforum Familie - ein Zusammenschluss bundesweit tätiger gesellschaftlicher Kräfte, die aktiv Verantwortung für eine familienfreundliche Gesellschaft übernehmen - hat mit dem Manifest Prinzipien einer familienorientierten Integrationspolitik für eine interkulturelle Lebens und Arbeitswelt erarbeitet. Marieluise Beck hat für dieses Thema die Schirmherrschaft übernommen.

Die Parlamentarische Staatsekretärin im Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Marieluise Beck, erklärt zu dem Manifest: ''Ich begrüße sehr die Ergebnisse der Arbeit des Bundesforums Familie, die heute mit dem Manifest der Öffentlichkeit vorgestellt werden. Das Leben in unserer von Vielfalt geprägten Gesellschaft zukunftsorientiert zu gestalten, ist eine Herausforderung für die Politik und Gesellschaft. Migration ist häufig ein Familienprojekt. Familien leisten einen zentralen Beitrag zur Unterstützung und zur Integration von Zuwanderern. Gleichzeitig verändert Migration die Familien in unserer Gesellschaft - jede sechste Eheschließung ist inzwischen binational.

Familien müssen in ihren Integrationsleistungen gestärkt und gestützt werden. Die Bundesregierung betrachtet Familienpolitik als Zukunftspolitik. Investitionen in familienförderliche Rahmenbedingungen wie der Ausbau familienfreundlicher Infrastrukturen und die Bekämpfung von Armut sind notwendige Investitionen in die Zukunft unseres Landes. Familien brauchen ein förderliches Umfeld und ein offenes gesellschaftliches Klima. Hierzu können und müssen die Verbände und Organisationen in spezifischer Weise beitragen. Ich begrüße deshalb ausdrücklich, dass das Bundesforum Familie mit seinem Manifest beispielhaft vorangeht und sich und seine Mitgliedsorganisationen zu interkultureller Öffnung verpflichtet. Ob im sozialen Nahraum, im Bildungsbereich oder in der Arbeitswelt, überall gibt es Ansatzpunkte und Handlungsmöglichkeiten für ein engagiertes Mitwirken an einem gelingenden Miteinander.''

''Für eine gelingende Integration sind die Prinzipien der Teilhabe, der Chancengleichheit und der Rechtsgleichheit umzusetzen. Um dies zu verwirklichen setzt das Bundesforum Familie auf die Mitwirkung aller gesellschaftlichen Kräfte, von der Gesetzgebung und Politik über die Organisations- und Verbandsarbeit. Die Vielfalt der Mitgliedsverbände im Bundesforum Familie mit ihrem gemeinsamen Ziel, Familie in all ihren unterschiedlichen Formen in den Focus ihres Handelns zu stellen, ermöglicht in besonderer Weise, integrationspolitische Herausforderungen gemeinsam mit den politisch Verantwortlichen zu meistern'', so Norbert Hocke, Sprecher des Bundesforums Familie.

Auf der heute beginnenden Tagung des Bundesforums Familie in Potsdam unter dem Thema ''Migrationsfamilien zwischen Integration und Ausgrenzung'' werden die im Manifest erarbeiteten Ergebnisse der zweijährigen Phase umfassend diskutiert und konkrete Verabredungen der Mitgliedsverbände und Organisationen zur praktischen Umsetzung der formulierten Prinzipien in der inhaltlichen Ausrichtung der fachlichen Arbeit wie in den Organisationsstrukturen getroffen. Darüber hinaus berät das Bundesforum Familie über die neuen Schwerpunktsetzungen seiner Arbeit in den kommenden zwei Jahren. Im Mittelpunkt steht dabei dessen konkreter Beitrag für starke Allianzen für eine nachhaltige Familienpolitik.

Anlagen:

Daten und Fakten zu Migrationsfamilien (.pdf) (67 kB)


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