Kürzung von Integrationsgeldern ist falsches Signal

Die beschlossene Kürzung der Bundesgelder für Sprach- und Integrationskurse stößt beim Bundesvorsitzenden des Verbands Bildung und Erziehung (VBE) Ludwig Eckinger auf Kritik. "Die große Koalition macht damit Nägel ohne Köpfe", sagt Eckinger. "Es ist das falsche Signal, denn Deutschland ist ein Einwanderungsland. Die Integration von Migranten muss von der Politik ernster genommen werden als bisher. Jeder eingesparte Euro kommt uns alle am Ende doppelt und dreifach teuer zu stehen. Es muss deutlich besser gelingen, den Migranten Chancen auf gesellschaftliche Teilhabe zu eröffnen, sonst wird ein sozialer Sprengsatz gezündet."

19.05.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung e.V. (VBE)

Eckinger betont, es sei von zentraler Bedeutung, allen Bürgern mit Migrationshintergrund Deutschsprachkurse anzubieten. Er hoffe zugleich, so Eckinger, dass die Angebote auch von den Migranten selbst als Chance genutzt werden. "Integration ist immer eine zweiseitige Angelegenheit." Der VBE-Bundesvorsitzende warnte, gesellschaftliche Fehlentwicklungen könnten Schulen allein nicht lösen. "Schulen müssen sich eingebettet sehen in ein Gesamtkonzept zur Integration von Migranten. Dazu gehört, an allen Schulen Bedingungen zu sichern, Kinder und Jugendliche mit Migrationshintergrund ebenso zu fördern und zu fordern wie Kinder deutscher Eltern." Der VBE-Bundesvorsitzende erinnert an die aktuelle OECD-Analyse. "Es ist mehr als befremdlich, wenn am Anfang der Woche die Notwendigkeit besserer Integration beschworen und am Ende der Woche der Etat dafür eingekürzt wird", kritisiert Eckinger.

In Deutschland leben insgesamt 7,3 Millionen Ausländer und fast sieben Millionen Einwanderer mit deutschem Pass. Jeder zehnte Schüler ist Ausländer.


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