Kultusminister stellt Erlass zur Berufsorientierung vor

"Die Zusammenarbeit zwischen Schulen und Wirtschaft hat jetzt eine ebenso handhabbare wie verbindliche Grundlage. Betriebserkundungen, Praktika und andere berufsorientierende Maßnahmen in allen Schulformen werden deutlich erleichtert. In allen Schulen ist die Berufsorientierung fester Bestandteil der Allgemeinbildung", stellte der Niedersächsische Kultusminister Bernd Busemann heute (11.08.2004) in Hannover den Erlass "Berufsorientierung an allgemein bildenden Schulen" vor.

11.08.2004 Niedersachsen Pressemeldung Niedersächsisches Kultusministerium

"Wir haben die Vielzahl der bisher geltenden Verwaltungsvorschriften durchforstet und zusammengefasst. Auch die Regelungen des Jugendarbeitsschutzgesetzes sind im Erlass enthalten. So vermeiden wir unnötige Hürden für Schulen und Betriebe", erläuterte Busemann. Insbesondere die in den Hauptschulen vorgesehenen Praxistage seien im Erlass geregelt worden. Beginnend ab dem 8. Schuljahrgang stehen den Schülerinnen und Schülern niedersächsischer Hauptschulen künftig mindestens 60 und höchstens 80 Tage in den Schuljahrgängen 8 und 9 zur Verfügung, um in praxisorientierten Lernphasen, Betriebstagen oder Blockpraktika ihre Kenntnisse und Fertigkeiten für die Berufsausbildung zu festigen.

"Eine enge Zusammenarbeit zwischen Schulen und Wirtschaft und zwischen allgemein bildenden und berufsbildenden Schulen ist für alle Schulformen verpflichtend. Die Auswahl der geeigneten Praktikumsstelle trifft die Schule", betonte Busemann. Einbezogen würden aber auch andere am Berufswahlprozess beteiligte Bildungsträger sowie die Arbeitsverwaltung. Der Fachunterricht werde weitgehend mit dem praktischen Lernen verzahnt. "Die Lerninhalte aller Unterrichtsfächer können in die Vor- und Nachbereitung der Praxistage einbezogen werden", machte Busemann deutlich. Für alle Schulformen sehe der Erlass auch Lehrerbetriebspraktika und Schülerfirmen vor.

"Schülerinnen und Schüler sollen an unseren weiterführenden Schulen alle Möglichkeiten der persönlichen Entwicklung und Förderung vorfinden. Sie sollen die Schulen mit einem aussagekräftigen Zeugnis und einem anerkannten Abschluss verlassen können, um den nächsten Schritt in ihre weitere Ausbildung, eine erfolgreiche Berufstätigkeit und sinnvolle Lebensgestaltung selbstbewusst gehen zu können", so Busemann.

In Zusammenarbeit mit Wirtschaftsverbänden hat das Niedersächsische Kultusministerium ein Faltblatt mit den wichtigsten Fragen und Antworten zu den Betriebs- oder Praxistagen an Hauptsschulen erstellt. Es ist unter der Adresse www.mk.niedersachsen.de im Internet abrufbar, in Kürze aber auch bei Wirtschaftskammern und Verbänden erhältlich.


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