Kultusministerin Schavan: 5.000 Lehrerinnen und Lehrer werden in diesem Jahr neu eingestellt / Gute bis glänzende Aussichten für Junglehrer
Zum neuen Schuljahr werden rund 5.000 Lehrerinnen und Lehrer in den Schuldienst des Landes neu eingestellt. Damit wird erneut die Rekordzahl des Vorjahres erreicht. Alle frei werdenden Stellen werden neu besetzt, dazu kommen 845 Neustellen. Diese sind Teil der 5.500 neuen zusätzlichen Stellen, welche die Landesregierung in dieser Legislaturperiode schafft. Für das kommende Jahr sind über die Besetzung frei werdender Stellen hinaus nochmals 987 zusätzliche Stellen vorgesehen. Die Zahlen gab Kultusministerin Dr. Annette Schavan am Freitag in Stuttgart bekannt.
24.06.2005 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-WürttembergSystem der schulscharfen Stellenbesetzungen hat sich gut bewährt und soll auf 50 Prozent aller Stellen ausgeweitet werden
Insgesamt 1.300 Lehrerstellen werden in diesem Jahr von den Schulen des Landes selbst besetzt. "Die Resonanz auf diese maßgeschneiderten Einstellungsmöglichkeiten und die reibungslose Umsetzung zeigen, dass sich diese Innovation gut bewährt hat", bilanzierte Kultusministerin Schavan. "Wir werden dieses Instrument zur Stärkung der Eigenständigkeit der Schulen weiter ausbauen und streben eine Ausweitung auf 50 Prozent der jeweils im Sommer zu besetzenden Stellen an." Neben der Stärkung der Eigenständigkeit der Schulen hat die schulscharfe Ausschreibung auch zum Ziel, gute Lehrkräfte für Mangelfächer und Mangelregionen zu gewinnen. Die Ministerin hob hervor, dass das Projekt "Lehrereinstellung Online Baden-Württemberg (LOBW)" einen wesentlichen Beitrag zu dem Erfolg leiste. Bei LOBW steht sowohl den Schulen als auch der Schulverwaltung ein eigener Bereich mit modernster Kommunikationsmöglichkeit zur Verfügung und reduziert so den Verwaltungsaufwand ganz erheblich. Die guten Erfahrungen mit LOBW bestätigen den Kurs, die schulscharfen Stellenausschreibungen auszuweiten.
Auch in diesem Jahr werden Stellen, die etwa nach Absage von bereits ausgewählten Bewerbern zunächst nicht besetzt werden konnten, im Nachrückverfahren über die Internetplattform www.lehrereinstellung-bw.de direkt ausgeschrieben. Das ist für alle nicht zum Zuge gekommenen Bewerber eine erneute Chance, bei entsprechender Mobilität eingestellt zu werden. Darüber hinaus werden über das Internet auch Interessenten außerhalb Baden-Württembergs angesprochen.
Einstellungschancen nach Schularten
Die Zahl der Neubewerberinnen und Neubewerber aus dem Vorbereitungsdienst liegt in diesem Jahr mit 4.000 um 340 höher als im Vorjahr. Hinzu kommen Altbewerber und sonstige Bewerber für den beruflichen Bereich in Höhe von rund 4.700. Hier sind die Bewerberzahlen um rund 1.200 zurück gegangen. Da die Neuwerberzahlen deutlich unter der Zahl der verfügbaren Stellen liegt und gleichzeitig weniger Altbewerber als im Vorjahr heranstehen, zeigen sich auch in diesem Jahr wieder in vielen Bereichen gute bis sehr gute Einstellungschancen für Junglehrer.
In den Grund- und Hauptschulen können trotz der Berücksichtigung von Altbewerbern rund 80 Prozent des Lehrernachwuchses ( 1.330 Neubewerber) eine Stelle erhalten. Insgesamt gibt es hier 1.800 Einstellungsmöglichkeiten.
In den Sonderschulen gibt es mit 320 Neubewerbungen den gleichen Stand wie im Vorjahr. Erfahrungsgemäß gehen davon direkt nach dem Referendariat fast 15 Prozent in private Schulen. 170 Lehrkräfte können eingestellt werden. Eine größere Zahl angehender Sonderschullehrer und -lehrerinnen aus anderen Bundesländern, die hier ihren Vorbereitungsdienst absolviert haben , streben nach dem Referendariat wieder in ihre Heimat. Deshalb kann die faktische Einstellungsquote hier nicht geschätzt werden.
Bei den Realschulen stehen 530 Neubewerber bei einem Potenzial von 450 Einstellungsmöglichkeiten zur Verfügung. Wegen der Berücksichtigung von Altbewerbern ergibt sich für Junglehrer hier eine Einstellungsquote von bis zu 60 Prozent.
Bei den Gymnasien gibt es 1.150 Neubewerber bei einem Volumen von 1.280 Einstellungsmöglichkeiten. Einschließlich der guten Einstellungschancen für Gymnasialbewerber im beruflichen Bereich ergeben sich trotz der Berücksichtigung von Altbewerbern Einstellungsquoten von nahezu 80 Prozent.
Noch besser sehen die Chancen in den Beruflichen Schulen aus, wo die 320 Neubewerber bei einem Volumen von knapp 1.000 Stellen mit einer Einstellungsquote von rund 90 Prozent rechnen können. Hier sind bei den Einstellungen neben Altbewerbern vor allem auch Bewerbungen von Seiteneinsteigern für Mangelfächer zu berücksichtigen.
Die restlichen Stellen beziehen sich auf Fachlehrer im musisch-technischen Bereich in verschiedenen Schularten. Insgesamt wurde seit dem Jahr 2000 rund 30.000 junge, gut ausgebildete Lehrerinnen und Lehrer in den staatlichen Schuldienst in Baden-Württemberg eingestellt.
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