Landesverwaltungsamt macht wegen unzulänglicher Personalpolitik Lehrkräfte schlecht

Statt sich vor die Lehrerinnen und Lehrer zu stellen, bringt der Leiter der Abteilung Schulen des Landesverwaltungsamtes, Andreas Riethmüller, die Lehrerschaft in Verruf und sogar personenbezogene Daten in die Öffentlichkeit. Hintergrund ist die schleppende Besetzung einer Klassenleiterstelle an der Grundschule Ostrau (Saalkreis), was zu Recht durch die Eltern kritisiert wurde.

15.10.2005 Sachsen-Anhalt Pressemeldung GEW Sachsen-Anhalt

"Die nun schon mehrfach in die Kritik geratene chaotische Personalpolitik des Landesverwaltungsamtes im Schulbereich, kommt an diesem Fall erneut exemplarisch zum Ausdruck", erklärte heute GEW-Landessprecher, Hans-Dieter Klein.

Die zwei Lehrerinnen, die angeblich versetzt werden sollten, konnten gar nicht ablehnen, weil sie niemals einen Versetzungsbescheid bekommen hatten, da bereits im Vorfeld klar geworden war, dass sie nicht zur Verfügung stehen konnten. Sich über den Gesundheitszustand einzelner Lehrkräfte, die natürlich persönlich zu identifizieren sind, in der Öffentlichkeit zu äußern, verstößt gegen den Datenschutz und dürfte auch als "Mobbing" zu werten sein.

Die Äußerungen von Herrn Riethmüller sind auch nicht dadurch zu entschuldigen, dass er sich vielleicht unter Druck sieht. Natürlich ist das Ausscheiden einer Lehrkraft lange vor dem Ende eines Schuljahres bekannt. Zuerst müsse er Ordnung im Landesverwaltungsamt schaffen. Er sollte sich zukünftig davor hüten, mit zweifelhaften Äußerungen Lehrerinnen und Lehrer schlecht zu machen. Die GEW erwartet eine Entschuldigung der Verantwortlichen.

"Wäre der Ostrauer Fall nur eine Ausnahme, könnte man darüber vielleicht hinweg sehen", sagte Klein. "Uns sind aber leider landesweit ähnliche Fälle bekannt, die immer auf Kosten der Kinder aber auch der Lehrerinnen und Lehrer ausgetragen werden." Die GEW würdigt dabei ausdrücklich die Einsatzbereitschaft der Kolleginnen und Kollegen an den Schulen, die unzulängliches Verwaltungshandeln ausputzen müssen.

"Wenn es tatsächlich an Grundschullehrkräften fehle, habe das Land gerade erst eine Chance vertan", sagte Klein. In einer eben veröffentlichten Antwort auf eine kleine Anfrage der PDS zur Einstellung von Lehrkräften in Sachsen-Anhalt hat Kultusminister Olbertz angeben, dass von den 278 Bewerberinnen und Bewerbern auf die Grundschullehrerstellen nur 38 berücksichtigt wurden.

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GEW Sachsen-Anhalt

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