Lehrer/innen - Nachwuchs fällt ins Haushaltsloch

Trotz aller Proteste sollen im nächsten Jahr erneut 200 Referendariatsplätze für angehende Lehrerinnen und Lehrer in Berlin gestrichen werden. In den laufenden Haushaltsberatungen hat sich bisher keine Fraktion ernsthaft für den Erhalt der Referendariatsplätze eingesetzt.

17.11.2005 Berlin Pressemeldung GEW Berlin

Für die kommende Einstellungsrunde ins Referendariat am 1. Februar 2006 werden deshalb in den nächsten Tagen nur 273 LehramtsabsolventInnen eine Zusage erhalten. Ohne die Kürzung könnten 473 angehende Lehrer/innen ihre Ausbildung fortsetzen. Etwa 1.000 Bewerberinnen und Bewerber werden leer ausgehen, vielfach zum wiederholten Male.

Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke: "Es ist empörend, dass alle sachlichen Argumente für den Erhalt der Referendariatsplätze ignoriert werden. Die Streichung von 200 Referendariatsplätzen ist rein fiskalisch bedingt. Die Bildungspolitiker/innen aller Fraktionen haben uns bestätigt, dass eine Kürzung der Referendariatsplätze aufgrund des steigenden Lehrkräftebedarfs in Berlin der falsche Weg ist. In Berlin regiert aber offenbar weiter der Finanzsenator. Bildungspolitisch notwendige Entscheidungen werden ins Haushaltsloch versenkt."

Bereits in diesem Jahr sind 200 Ausbildungsplätze für angehende Lehrer/innen gestrichen worden. Mit der erneuten Kürzung sinkt deren Gesamtzahl auf 1.500. Damit können im Idealfall nur 750 Lehrerinnen und Lehrer pro Jahr ihre Ausbildung in Berlin beenden. Das wird nicht ausreichen, um den steigenden Lehrkräftebedarf zu decken. Berlin wird damit schon in der Ausbildung noch mehr angehende Lehrkräfte an andere Bundesländer verlieren.

"Die Leidtragenden dieser verfehlten Personalplanung sind die jungen und gut ausgebildeten LehramtsabsolventInnen der Berliner Universitäten. ´Werdet Lehrer´ tönt es immer noch von der Internetseite der Senatsbildungsverwaltung www.lehrer-werden.de. In den Ohren der über 1.000 abgelehnten Bewerberinnen und Bewerber ist das ein Hohn. Sie werden um wertvolle Ausbildungs- und Lebenszeit betrogen und in weitere Warteschleifen gesteckt. Wir appellieren erneut an die Abgeordneten, der Kürzung nicht zuzustimmen!", so Rose-Marie Seggelke.

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GEW Berlin

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