Lesen macht schlau

Für seinen Beitrag zur Leseförderung von Jugendlichen mit Motivations- und Kompetenzproblemen im Lesen, der so genannten PISA-Risikogruppe, wurde die Projektleitung der hessischen Lese- und Sprachförderung im März von einer deutsch-amerikanischen Jury im Transatlantischen Ideenwettbewerb USable der Körber-Stiftung ausgezeichnet. Der Preis wird am Montag, 26. Juni 2006, im Berliner Konzerthaus am Gendarmenmarkt feierlich verliehen. Das Leitungsteam beim Frankfurter Amt für Lehrerbildung – Dorothee Gaile, Jona Jasper und Ralf Schummer-Hofmann samt Mitarbeiterinnen – qualifiziert derzeit landesweit Multiplikatoren zur "Lese- und Sprachförderung in der Sekundarstufe I" mit speziellem Fokus auf leseschwachen Schülerinnen und Schülern.

31.05.2006 Hessen Pressemeldung Hessisches Ministerium für Kultus, Bildung und Chancen

Das modulare, phasenvernetzende Angebot des Amts für Lehrerbildung folgt dem strategischen Ziel der Landesregierung, die Lesekompetenz zu verbessern. Als Basis dienen bewährte Förderansätze sowie innovative nationale und internationale Programme. Bei einer intensiven Internet-Recherche von vorbildlichen Modellen der Leseförderung hat Dorothee Gaile 2003 das bis dato in Deutschland vollkommen unbekannte und nachweislich sehr erfolgreiche kalifornische Förderprogramm "Reading for Understanding" (= Lesen, um zu verstehen) entdeckt. Ein erster E-Mail-Kontakt mit den Autorinnen des Programms beim Schulforschungs- und Lehrerbildungs-Institut WestEd in Oakland/Kalifornien hat den Grundstein für eine produktive transatlantische Kooperation gelegt.

Es folgten:

  • Eine Vortragsreise der kalifornischen Projekt-Initiatorinnen Dr. Cynthia Greenleaf und Ruth Schoenbach durch Hessen im Juni 2004
  • Die sehr positive fachwissenschaftliche Beurteilung durch Professor Dr. Rudolf Messner von der Universität Kassel und Professor Dr. Cornelia Rosebrock von der Universität Frankfurt
  • Eine Einladung zum Gegenbesuch in Kalifornien – mit intensivem Training des Projektteams im dortigen Förderansatz
  • Erprobung und Adaption des Förderansatzes an hessischen Schulen und Integration in das Qualifizierungsangebot des Amts für Lehrerbildung
  • Präsentationen des hessischen Förderansatzes bei Tagungen, unter anderem des Max-Planck-Instituts für Bildungsforschung in Berlin, der Evangelischen Akademie Arnoldshain, der Arbeitsgemeinschaft Deutsch in Innsbruck sowie beim Forum Bildung Didacta 2006
  • Herausgabe der deutschen Version von "Reading for Understanding" unter dem Titel "Lesen macht schlau – Neue Lesepraxis für weiterführende Schulen" (Herausgeberin Dorothee Gaile, Cornelsen-Skriptor 2006)

Die feierliche Verleihung des USable-Preises der Körber-Stiftung am Montag, 26. Juni 2006, in Berlin wird den auf transatlantischer Zusammenarbeit beruhenden hessischen Förderansatz noch bekannter machen. Andere Bundesländer und Leseverantwortliche aus Österreich haben bereits starkes Interesse am Programm "Lese- und Sprachförderung" bekundet.


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