Neue Ganztagsschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung genehmigt

Das Kultusministerium hat insgesamt zehn neue Ganztagsschulen genehmigt. Es handelt sich dabei um Schulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung. Darunter sind sieben Grundschulen, die im Verbund mit einer Ganztagshauptschule stehen, eine Förderschule, eine Hauptschule sowie eine selbstständige Grundschule. Dies teilte Kultusminister Helmut Rau MdL am Donnerstag (6. April) in Stuttgart mit.

06.04.2006 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Mit Blick auf die aktuelle Integrationsdebatte sagte Rau: "Die Ganztagsschule ist ein Weg, um zu verbesserten Förder- und Integrationskonzepten zu kommen. Mit unserem Konzept erreichen wir gerade diejenigen Schülerinnen und Schüler, die in besonderer Weise auf zusätzliche pädagogische Betreuung und Unterstützung angewiesen sind." Die Landesregierung treibe den Ausbau der Ganztagsschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung "energisch voran". Der Kultusminister verwies auf einen Kabinettsbeschluss vom Februar, der die Einrichtung von zusätzlich 550 dieser Ganztagsschulen beinhaltet. Dabei ist ein Ausbau von weiteren 200 auf dann 400 Ganztagshauptschulen geplant.
Um so früh wie möglich Benachteiligungen entgegenzuwirken, ist die Ausweitung des Ganztagsbetriebs von der Hauptschule auf den Grundschulbereich vorgesehen. Rund 75 Prozent der derzeitigen Hauptschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung sind bereits im Verbund mit einer Grundschule. Dies entspricht bei einem Ausbau auf 400 Ganztagshauptschulen insgesamt 300 neuen Ganztagsgrundschulen im Verbund mit einer dieser Hauptschulen. Darüber hinaus arbeiten teilweise auch eigenständige Grundschulen unter erschwerten Bedingungen. Ziel der Landesregierung ist daher die Einrichtung von 50 "reinen" Grundschulen als Ganztagsschule mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung.

"Der Ausbau von Grundschulen zu Ganztagsschulen hat Vorrang", hob Kultusminister Helmut Rau hervor. Die Aufnahme- und Lernfähigkeit sei im ersten Lebensjahrzehnt besonders ausgeprägt. Ganztagsschule könne durch die längere Verweildauer in der Schule das Lernen positiv beeinflussen. Dies gelte insbesondere auch für den Erwerb von Sprachkompetenz. "Die Ganztagsschule kann einen wichtigen Beitrag zur Überwindung herkunftsbedingter Benachteiligungen im Schulsystem leisten. Die Herkunft der Schülerinnen und Schüler darf nicht über ihre Bildungs- und Zukunftschancen entscheiden", betonte Rau. Die PISA- und IGLU-Studien hätten gezeigt, dass vor allem Schülerinnen und Schüler aus sozial schwächeren und bildungsferneren Familien zusätzlichen Förderbedarf haben, um die Bildungs- und Erziehungsziele der Schule und die Ausbildungsfähigkeit zu erreichen.

Neben dem Ausbau von Ganztagsschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung sieht das Konzept der Landesregierung vor, dass zukünftig in allen allgemein bildenden Schularten auch offene Ganztagsangebote mit zusätzlichen Lehrerwochenstunden ausgestattet werden können. Dritte Säule ist der Einsatz von Jugendbegleitern in der Ganztagsbetreuung an Schulen.

Anhang: Genehmigte Ganztagsschulen mit besonderer pädagogischer und sozialer Aufgabenstellung

Die Einrichtung eines Ganztagsbetriebs wurde genehmigt für:

  1. Grundschule der Schillerschule (GHWRS) in Aalen
  2. Grundschule der Alleenschule (GHWRS) in Kirchheim unter Teck
  3. Förderschule der Albert-Schweitzer-Schule ASS III in Freiburg
  4. Grundschule der Albert-Schweitzer-Schule ASS I in Freiburg
  5. Grundschule der Gebhardschule (GHS) in Konstanz
  6. Hauptschule der Johannes-Häußler-Schule in Neckarsulm (GHWRS)
  7. Grundschule der Karlsschule (GHS) in Rastatt
  8. Grundschule der Hardtschule (GHWRS) in Ebersbach an der Fils
  9. Grundschule der Rosenauschule (GHWRS) in Heilbronn
  10. Grundschule der Heusteigschule (GHWRS) in Stuttgart

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