Personelle Unterausstattung gefährdet alle Reformen in der Berliner Schule
Für das Schuljahr 2005/06 bekommt die Berliner Schule zusätzliche Lehrkräfte im Umfang von lediglich ca. 300 Stellen, davon 270 für die Deckung des dringenden Fachbedarfs in der Sekundarstufe I und II (Klassenstufe 7 bis 13) und in den berufsbildenden Schulen und weniger als 30 für die Grundschule.
09.06.2005 Berlin Pressemeldung GEW BerlinDie Berichterstattung der Berliner Presse, genährt von angeblichen Aussagen des Staatssekretärs Härtel, erweckt den Eindruck, als gäbe es 300 Stellen zusätzlich für die Reformvorhaben in der Grundschule. Das ist nicht der Fall. Bleibt es bei den jetzigen Zahlen, so bekommt allenfalls jede 15. Grundschule eine neue Lehrkraft.
Die Vorsitzende der GEW BERLIN, Rose-Marie Seggelke, dazu: "Wir haben, zusammen mit dem Landeselternausschuss, immer wieder darauf hingewiesen, dass für den vorgezogenen Schulanfang mindestens 650 Neueinstellungen für die Grundschulen erforderlich sind. Offensichtlich muss Senator Böger irgendwie über die mangelnde personelle Unterfütterung seiner pädagogischen Reformen hinwegtäuschen. Immerhin werden im nächsten Schuljahr in die Berliner Grundschulen ca. 13.500 Schülerinnen und Schüler zusätzlich aufgenommen."
Im Rahmen der Haushaltsberatungen ließ der Senator ebenfalls verlauten, dass die diesjährigen Einstellungen eigentlich erst für 2006/07 vorgesehen waren und vom Einstellungskontingent des nächsten Schuljahres abgezogen würden.
Rose-Marie Seggelke: "Wenn das stimmt, wird jetzt schon das Chaos für 2006/07 vorbereitet. Der Altersdurchschnitt der Berliner Lehrkräfte dürfte auch dem Senat bekannt sein. Alle Prognosen weisen darauf hin, dass bereits ab Mitte des kommenden Schuljahres weitere Einstellungen nötig sein werden, um eine minimale Unterrichtsversorgung zu gewährleisten. Will Herr Böger, dass seine auch von der GEW BERLIN begrüßten Reformvorhaben erfolgreich umgesetzt werden, müssen jetzt die Weichen gestellt werden."
Die GEW BERLIN fordert die Senatsverwaltung auf, endlich eine ehrliche Analyse vorzunehmen und zum kommenden Schuljahr die Zahl der Neueinstellungen erheblich zu erhöhen.
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