Präsentation der bedeutenden Ottheinrich-Bibel – alle acht Bände in der Bayerischen Staatsbibliothek zusammengeführt

Alle acht Bände der Ottheinrich-Bibel hat Bayerns Kunstminister Dr. Thomas Goppel gemeinsam mit Vertretern des Bundes und der Kulturstiftung der Länder sowie dem Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek, Dr. Rolf Griebel, als Gesamtwerk am Mittwoch in der Staatsbibliothek in München präsentiert. Die Ottheinrich-Bibel ist ein außergewöhnlich wertvolles, kulturhistorisch höchst bedeutendes Buchzeugnis des Spätmittelalters und der Renaissance.

30.01.2008 Bayern Pressemeldung Bayerisches Staatsministerium für Wissenschaft und Kunst

Ende November letzten Jahres konnte Bayerns Kunstminister Thomas Goppel nach intensiven Verhandlungen mit dem herzoglichen Haus Sachsen-Coburg und Gotha fünf einer Auktion in London zugeführte Bände der Bibel für den Freistaat Bayern erwerben. Goppel: "Mit dem Ankauf dieser fünf Bände der achtbändigen Ottheinrich-Bibel hat der Freistaat Bayern die einmalige Chance genutzt, ein exzeptionelles Denkmal der bayerischen Kulturgeschichte für den deutschen und bayerischen Kulturraum zu erhalten." Ausdrücklich bedankte sich der Minister für die maßgebliche Unterstützung einer großen Allianz von Stiftungen, öffentlichen und privaten Geldgebern und besonders auch des Bundes. Goppel: "Die Unterstützung einer Vielzahl großzügiger kulturbewusster Zuwender hat den Ankauf und die Zusammenführung der auseinandergerissenen Teile der frühesten erhaltenen illustrierten Handschrift des Neuen Testaments in deutscher Übersetzung erst ermöglicht." Es gelang, die fünf zum Verkauf angebotenen Bände der um 1430 von Ludwig VII. dem Bärtigen von Bayern-Ingolstadt in Auftrag gegebenen und hundert Jahre später auf Betreiben des Pfalzgrafen Ottheinrich vollendeten Bibel im Vorfeld der Auktion zu erwerben und damit vor einer Veräußerung ins Ausland zu bewahren. Drei Bände hatte die Staatsbibliothek bereits im Jahr 1950 erworben.

Für den Beauftragten der Bundesregierung für Kultur und Medien hob die designierte Abteilungsleiterin Dr. Ingeborg Berggreen-Merkel hervor: "Der Bund hat sich an dem Ankauf der Ottheinreich-Bibel mit voller Überzeugung beteiligt. Dieser für die Bayerische Staatsbibliothek und für den gesamten deutschsprachigen Kulturraum so eminent wichtige Erwerb fügt zusammen, was zusammen gehört."

Die Generalsekretärin der Kulturstiftung der Länder, Isabel Pfeiffer-Poensgen, erklärte: "Die Kulturstiftung der Länder ist für Rettungsaktionen wie den Ankauf der Ottheinrich-Bibel gegründet worden – mit ihrer fast 20-jährigen Erfahrung in ähnlich spektakulären Fällen, hat sie von Anfang an die Bayerische Staatsregierung sowie die Staatsbibliothek unterstützt und maßgeblich zu dieser bedeutenden Erwerbung beigetragen."

Dr. Rolf Griebel, Generaldirektor der Bayerischen Staatsbibliothek: "Ich bin glücklich über die Heimkehr der Ottheinrich-Bibel in unsere Bibliothek, wo sie bereits im Dreißigjährigen Krieg verwahrt wurde. Es handelt sich um eine der spektakulärsten Neuerwerbungen seit der Säkularisation vor über 200 Jahren – ein wunderbares Geschenk zu unserem 450-jährigen Jubiläum 2008."


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