"Qwertz" hat nach 130 Jahren ausgedient
Die erfolgreichsten Nachwuchswissenschaftler der Hansestadt sind gestern beim Landeswettbewerb von Jugend forscht in Hamburg ausgezeichnet worden. Aus 45 Projekten, die von insgesamt 86 Teilnehmern vorgestellt wurden, wählte die Jury fünf Arbeiten aus, die ihr Bundesland beim Bundesfinale in Dortmund vertreten. Drei der siegreichen Projekte befassen sich mit der praktischen Verbesserung der Arbeits- und Lebensumstände. Bei der Preisverleihung würdigte Bildungssenatorin Alexandra Dinges-Diering das Engagement aller Teilnehmer für den Forschungsstandort Deutschland. Der Landeswettbewerb wurde in diesem Jahr zum dreißigsten Mal von der Beiersdorf AG ausgerichtet
06.04.2005 Pressemeldung Stiftung Jugend forscht e.V.Die Anordnung der Buchstaben auf Tastaturen für Schreibmaschine und PC ist seit 130 Jahren unverändert. Damit sich die Tasten auf der Schreibmaschine nicht verhaken, wurden häufig genutzte Buchstaben weit auseinander liegend angeordnet. Höchste Zeit, dieses "Qwertz" genannte System zu überarbeiten, dachten sich Torsten Rieger (19), Justus Menzel (17) und Nils Peter Stoye (19). Sie entwickelten eine neue Anordnung der Tasten und konnten nachweisen, dass sich die Arbeitsleistung so um bis zu 25 Prozent steigern lässt. Das Forscher-Trio wurde mit dem Landessieg im Fach Arbeitswelt belohnt. Einer anderen technischen Fragestellung widmeten sich David Burkhardt (19), Clemens Heppner (18) und Christian Möller (19) vom Gymnasium Lohbrügge. Mit ihrem "workroom in a box" stellten sie eine Alternative zu teuren, unflexiblen Computersystemen in Schulen vor und wurden im Fachgebiet Technik mit dem ersten Platz ausgezeichnet.
Die 18-jährige Sarah Peters aus Rissen überzeugte die Biologie-Jury und qualifizierte sich ebenfalls für den Bundeswettbewerb. In umfangreichen Testreihen an der Universität Hamburg wies sie nach, dass handelsübliche Lackfarben erbgutverändernd wirken können.
Aufgrund der großen Zahl herausragender Arbeiten im Fachgebiet Geo- und Raumwissenschaften wurden in diesem Jahr sogar zwei Landessiege vergeben: Der Aralsee stand im Mittelpunkt des Interesses von Birte Katharina Marquardt (18) und Jannike Pasche (18) von der Gesamtschule Walddörfer. Sie konnten mit Hilfe von Satellitenbildern nachweisen, dass der Aralsee entgegen der gängigen Prognose nicht gänzlich austrocknen wird. Vielmehr deuten mor-phologische Einzelphänomene auf eine Stagnation bei niedrigem Wasserstand hin. Diese Erkenntnisse honorierten die Juroren mit dem Landessieg. Im selben Fachgebiet waren auch Ann-Katrina Bregovic (19) und Torben Schiffner (18) vom Gymnasium Heidberg mit ihrem Projekt zur "Dynamik des Laacher See-Vulkans" erfolgreich.
Das 40. Bundesfinale von Jugend forscht findet vom 26. bis 29. Mai 2005 in Dortmund statt. Ausrichter des Jubiläumswettbewerbs sind die Stiftung Jugend forscht e. V. und die Bundesanstalt für Arbeitsschutz und Arbeitsmedizin (BAuA). Alles Wissenswerte sowie viele download-fähige Fotos aus vier Jahrzehnten Jugend forscht finden Sie unter www.jugend-forscht.org.
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