Reform des Deutsch-Französischen Jugendwerkes beschlossen

Bundesministerin Renate Schmidt und ihr französischer Amtskollege Jean-Francois Lamour haben heute anlässlich des 4. Deutsch-Französischen Ministerrates in Berlin die letzten offenen Fragen zur Reform des Abkommens über das Deutsch-Französische Jugendwerk geklärt. Der Ministerrat billigte die Vorschläge zur Reform des Jugendwerkes, das seit 40 Jahren den Austausch von jungen Menschen beider Länder fördert.

26.10.2004 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

''Ich freue mich, dass wir mit dieser heutigen Einigung eine gute Grundlage für die zügige Umsetzung der Reform haben. Ziel ist es, das Deutsch-Französische Jugendwerk an die nach vier Jahrzehnten veränderten Rahmenbedingungen anzupassen, eine Neudefinition der Aufgaben vorzunehmen und eine effiziente, offene und transparente Verwaltung sicherzustellen'', erklärte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt.

Basis für die Reformvorschläge waren Vorarbeiten einer Regierungsarbeitsgruppe beider Länder, die im Mai 2004 eingesetzt worden war. Sie hatte unter Einbeziehung zweier Untersuchungen - einer von beiden Jugendministerien eingesetzten Expertengruppe sowie einer Arbeitsgruppe beider Parlamente - die Aufgaben, die Gremien, das Generalsekretariat des Jugendwerkes, das Personalstatut und die Finanzordnung begutachtet und Neuerungen vorgeschlagen.

Die Aufgaben des Deutsch-Französischen Jugendwerkes sollen insbesondere auf den Austausch und die vertiefende Beziehung von Jugendlichen, das interkulturelle Lernen, die Förderung der Sprachmotivation, die Stärkung des bürgerschaftlichen Engagements und die Unterstützung von beruflicher Qualifikation konzentriert werden. Das Deutsch-Französische Jugendwerk wird dabei weiterhin einen wesentlichen Beitrag zur Kooperation der beiden Regierungen im Jugendbereich leisten. Es soll ein kleines Entscheidungsgremium und ein größeres beratendes Gremium mit Vertreterinnen und Vertretern der Zivilgesellschaften gebildet werden. Außerdem sollen die Rolle der beiden Generalsekretäre neu gewichtet und Personal- und Finanzstatut überarbeitet werden. Ein entsprechender neuer Abkommentext wird nach der heutigen Einigung der beiden Minister erarbeitet; das neue Abkommen soll Mitte 2005 in Kraft treten.

Das Deutsch-Französische Jugendwerk wurde 1963 gegründet. Es wird zu gleichen Teilen aus deutschen und französischen Regierungsbeiträgen finanziert; im Jahr 2004 mit insgesamt 20,5 Millionen Euro. Jedes Jahr fördert das Deutsch-Französische Jugendwerk rund 7.000 deutsch-französische Begegnungen mit nahezu 200.000 Teilnehmenden. Generalsekretär des Jugendwerkes ist seit diesem Jahr der Franzose Max Claudet. Ihm steht die Deutsche Dr. Eva Sabine Kuntz als Stellvertreterin zu Seite. An den Programmen haben seit der Gründung über sieben Millionen Jugendliche teilgenommen.

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