Schavan gegen generelle Rücknahme der Rechtschreibreform

"Die Bundesverbände der Zeitschriften- und Zeitungsverleger waren an der Entstehung der Rechtschreibreform beteiligt. Sie haben die Kultusministerkonferenz (KMK) bereits im vergangenen Jahr gebeten, den 4. Bericht der zwischenstaatlichen Kommission zügig zu verabschieden und haben die dort gemachten Vorschläge begrüßt", erklärt die baden-württembergische Kultusministerin Dr. Annette Schavan auf den Vorstoß des "Spiegel"-Verlags und der Axel Springer AG hin, in ihren Medien zur alten Rechtschreibung zurück zu kehren. "Die Kultusministerkonferenz muss sich auf so klare Voten verlassen können", so Schavan. Sie wies darauf hin, dass die KMK nicht nur den 4. Bericht verabschiedet, sondern auch die Einsetzung eines Rats der deutschen Rechtschreibung beschlossen hat, der die Aufgaben der früheren Duden-Redaktion übernehmen soll: Die Entwicklung von Sprache und der Rechtschreibreform zu begleiten und gegebenenfalls praxisnah zu korrigieren. Schavan verwies darauf, dass 98 Prozent der Texte unverändert seien: "Wir streiten hier also um zwei Prozent."

06.08.2004 Baden-Württemberg Pressemeldung Ministerium für Kultus, Jugend und Sport Baden-Württemberg

Die Ministerin kündigte an, dass die KMK der Ministerpräsidentenkonferenz Vorschläge für die Zusammensetzung des Rats und die damit verbundenen Möglichkeiten zur Entwicklung des Regelwerks machen wird. Schavan: "Ich sehe weder in der Kultusministerkonferenz noch in der Ministerpräsidentenkonferenz eine Mehrheit für ein schlichtes Zurück zum alten Regelwerk. Das gemeinsame Regelwerk für den deutschen Sprachraum ist sinnvoll."


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