Schulgesetz und Schulwirklichkeit

"Die Fraktion der Grünen bringt erneut das auf den Tisch, was die Landesregierung bislang zu verdängen versucht", erklärt Udo Beckmann, Vorsitzender der Lehrergewerkschaft Verband Bildung und Erziehung (VBE NRW) zur heutigen Pressekonferenz der Grünen im Landtag. "Eltern, Lehrer, Schüler und Schulträger brauchen eine zukunftsfähige Antwort auf die rückläufigen Schülerzahlen, die vor allem die Hauptschulen treffen."

11.08.2006 Pressemeldung Verband Bildung und Erziehung, Landesverband NRW

Dass die Landesregierung die zurzeit an den Hauptschulen befindlichen Kinder mit der Erweiterung des Ganztagsangebots unterstützt, begrüßt der VBE.

Allerdings scheint die Qualitätsoffensive Hauptschule nicht dazu zu führen, dass mehr Eltern ihre Kinder an dieser Schulform anmelden. Die dem VBE vorliegenden Anmeldezahlen zu Beginn des neuen Schuljahres belegen, dass dieser Trend bislang ungebrochen ist. Vielleicht liegt das auch daran, dass sich die Qualitätsoffensive Hauptschule auf die Einrichtung von weiteren Ganztagsangeboten an bisher circa100 Hauptschulen beschränkt und darüber hinaus kein Konzept der Landesregierung erkennbar ist. Geklärt ist auch nicht, wann und wie die weiteren versprochenen Ganztagsplätze angeboten werden.

"Die Grünen sprechen das aus, was auch der VBE der Landesregierung immer wieder ins Stammbuch schreibt", so Beckmann weiter. "Angesichts rückläufiger Schülerzahlen und dem begrüßenswerten Trend zur Wahl höherer Bildungsabschlüsse darf die Landesregierung die Schulstrukturfrage nicht länger zum Tabu erklären."

Das vom VBE vorgelegte Modell der Allgemeinen Sekundarschule ist ein Konzept, das sich diesen Problemen pragmatisch stellt. Es handelt sich bei der Allgemeinen Sekundarschule um eine organisatorische, pädagogische und schulrechtliche Einheit, in der ein Lehrerkollegium für alle Schüler von Klasse 5 bis einschließlich Klasse 10 verantwortlich ist. Das Modell lässt von der Trennung der Bildungsgänge nach Klasse 6 bis hin zum integrativen Konzept viele Möglichkeiten der Ausgestaltung zu.

"Dass die Schulministerin in ihrer Pressekonferenz zum Schuljahresbeginn erklärt hat, die Demografie werde den Weg weisen, reicht uns nicht", so Beckmann abschließend. "Wir sind mit den Grünen und den kommunalen Spitzenverbänden einer Meinung, dass die Schulträger flexible Möglichkeiten brauchen, um trotz sinkender Schülerzahlen ein wohnortnahes umfassendes Bildungsangebot vorhalten zu können. Wir fordern deshalb die Landesregierung erneut auf, mit uns und allen Interessierten in eine offene Diskussion über das Modell der Allgemeinen Sekundarschule zu treten."


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