Schulministerin Barbara Sommer startet "Qualitätsoffensive Hauptschule"

Noch in diesem Herbst startet Schulministerin Barbara Sommer eine Qualitätsoffensive für die Hauptschulen. Sie umfasst den Aufbau von Ganztagsschulen mit insgesamt 50.000 vollwertigen Ganztagsplätzen bis zum Jahr 2012 sowie ein neues pädagogisches Konzept für die Hauptschule.

29.09.2005 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Schule und Bildung des Landes Nordrhein-Westfalen

Unser Ziel ist es, mittel- bis langfristig Bildungsqualität und Lernergebnisse wieder deutlich zu erhöhen. Damit handelt es sich zweifellos um ein sehr ambitioniertes Vorhaben im Bereich Hauptschule in Nordrhein- Westfalen. "Die neue Ganztagshauptschule wird sich deutlich von den bisherigen Ganztagsangeboten unterscheiden. Sie eine soll vollwertige und verbindliche Ganztagsschule werden und besondere Förderangebote in schulischer Verantwortung aufbauen ", erklärte die Ministerin. Die neuen Angebote sollen zielgenau dort angeboten werden, wo es besondere Problemlagen gebe. In den neuen Ganztagshauptschulen sollen zukünftig an fünf Tagen in der Woche von 8 bis 16 Uhr Unterricht, besondere Förderangebote, aber auch Maßnahmen außerschulischer Partner, die von Kultur über Musik bis hin zum Sport reichen, wie auch die Themen aus Wirtschaft und Handwerk betreffen, angeboten werden.

Ein neues pädagogisches Konzept für die Hauptschule soll dazu in den nächsten Monaten mit allen Beteiligten, den Lehrern, Schulleitern, der Schulaufsicht sowie weiteren Partnern der Schule aus Jugendhilfe, Wirtschaft und Handwerk gemeinsam entwickelt werden. Es soll den besonderen Erfordernissen der Hauptschule Rechnung tragen. Ziel des neuen Konzeptes wird sein, in den ersten drei Jahrgangsstufen das Erlernen und Einüben so genannter Kernkompetenzen wie Lesen, Schreiben und Rechnen sowie eine Fremdsprache in den Vordergrund zu stellen. In den Jahrgängen 8, 9 und 10 sollen dagegen die Themen Berufsfähigkeit und berufliche Praxis Schwerpunkt werden. Dafür sollen nach dem Willen der Ministerin weitere 500 zusätzliche Lehrerstellen für spezielle Förderangebote zur Verfügung stehen. Die Stellen würden normalerweise wegen so genannter Stellenüberhänge an andere Schulformen verteilt. Für die zielgenaue Verwendung dieser zusätzlichen Förderressourcen wird derzeit ein Konzept erstellt. Ministerin Sommer: "Die neuen Ganztagshauptschulen werden einen Personalzuschlag in Höhe von 30 Prozent auf ihren Grundstellenbedarf bekommen. Ein Drittel davon kann "kapitalisiert" werden und je nach Angebot, Problemlage und schulischem Konzept vor Ort für außerschulische Angebote verwandt werden. Ein wichtiger Eckpfeiler dieser außerschulischen Angebote wird auch der Einsatz von Sozialarbeitern und Sozialpädagogen an Hauptschulen sein. Welche Angebote zur jeweiligen Schule passen, sollen die Schulen selbst entscheiden." Schulministerin Sommer warb um die Mitarbeit aller Partner und Beteiligten. Die oftmals sehr engagierte und pädagogisch besonders anspruchsvolle Arbeit der Lehrerinnen und Lehrer an den Hauptschulen brauche mehr Anerkennung. Insbesondere die Schulträger möchte die Ministerin zur Mitarbeit gewinnen. Denn auch das äußere Erscheinungsbild einer Schule, ein angemessenes Mittagangebot und auch Lehrerarbeitsplätze beeinflussten das Lernklima an den neuen Ganztagsschulen. Für bauliche notwendige Veränderungen wird das Land auch den Hauptschulen Zugang zum Bundesprogramm Initiative "Zukunft, Bildung und Betreuung" ermöglichen.

Für den Aufbau neuer Ganztagsschulplätze in Hauptschulen stehen im Nachtragshaushalt des Jahres 2005 insgesamt rd. 16 Millionen Euro bereit. Diese Summe wird bis zum Jahr 2012 auf insgesamt rd. 40 Millionen Euro anwachsen. Mit diesem finanziellen Kraftakt in schwieriger Zeit, so Barbara Sommer, erwartet die Landesregierung mittel- bis langfristig eine deutliche Qualitätssteigerung an den insgesamt rund 740 Hauptschulen im Land.


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