Schulpolitik der Landesregierung verschärft Probleme
Zum Schuljahresbeginn 2006/2007 hat die GEW Niedersachsen deutliche Kritik an der Schulpolitik der Landesregierung geübt.
29.08.2006 Niedersachsen Pressemeldung GEW NiedersachsenDie nahezu 100prozentige Unterrichtsversorgung sei eine Mogelpackung . In Wirklichkeit fehlten überall personelle Ressourcen. Überlastung der Lehrkräfte durch zugleich hohe Klassenstärken, in kürzester Zeit zu bewältigende wachsende Aufgaben und Vertretungsunterricht sei längst nicht mehr die Ausnahme, sondern der Regelzustand an niedersächsischen Schulen. Insbesondere Teilzeitlehrkräfte hätten Vertretungsunterricht im Übermaß zu leisten.
Von den Pädagoginnen und Pädagogen werde praktisch erwartet, dass sie die Auswirkungen der staatlichen Umverteilungspolitik durch fortwährenden Mehreinsatz und materielle Opfer ausgleichen.
In der sogenannten Eigenverantwortlichen Schule werde der entsprechende Druck vermutlich noch zunehmen. Die GEW stehe an der Seite der Kolleginnen und Kollegen, auch der Schulleitungen, die sich dem widersetzten.
Die von der Landesregierung zementierte Trennung der Schulformen und Bildungsgänge löse keine Probleme, sondern verschärfe sie. Alle bisherigen Daten zur Schulwahl nach Klasse 4 bestätigten den bekannten Trend: die Hauptschule werde abgewählt, die steigende Nachfrage nach Gesamtschulplätzen könne wegen des Neugründungsverbotes für diese Schulform nicht befriedigt werden. Trotzdem die Arbeit der Gesamtschulen in Niedersachsen massiv behindert werde, erfreuten sie sich wachsenden Zuspruchs. In Orten, in denen sie seit längerem präsent seien, würden bis zu einem Drittel der Schülerinnen und Schüler bei ihnen angemeldet.
Auch wenn der Landesregierung dies nicht passe, an schulischer Integration führe letztlich kein Weg vorbei. Bei absehbar rückläufigen Schülerzahlen werde in vielen Regionen ein wohnortnahes breites Bildungsangebot nur noch integrativ zu gewährleisten sein.
Eine deutliche Absage erteilte die GEW Überlegungen der evangelischen Landekirche staatliche allgemeinbildende Schulen in private Trägerschaft zu übernehmen. Staatliche Schulen seien für alle da und dies müsse auch so bleiben. Immerhin gebe es viele Bürgerinnen und Bürger, die ihre Kinder nicht in konfessionell geprägte Einrichtungen schicken wollten. Auch sei nicht auszuschließen, dass in Gebieten mit einem hohen Anteil kirchlicher Schulen eine soziale Selektion zu Lasten sozial schwacher Familien mit hohem Zuwandereranteil stattfinde.
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