Schulwahl: Elternwille wird gestärkt

Künftig haben Eltern mehr Mitspracherecht bei der Schulwahl ihrer Kinder. Bereits im laufenden Schuljahr sollen Jungen und Mädchen eine Bildungsempfehlung für das Gymnasium erhalten, wenn der Notendurchschnitt in den Fächern Deutsch und Mathematik 2,5 beträgt und die Eltern dies nach einem Beratungsgespräch ausdrücklich wünschen.

27.01.2005 Pressemeldung Sächsisches Staatsministerium für Kultus

Bislang war der Besuch des Gymnasiums erst ab der Durchschnittsnote 2 möglich. "Wir haben den Notendurchschnitt gelockert und den Elternwillen gestärkt", sagte Kultusminister Steffen Flath bei der Vorstellung der neuen Bildungsempfehlung. Wenn Schüler eine schlechtere Note als 2,5 haben, können sie die Mittelschule besuchen oder an einer Aufnahmeprüfung teilnehmen. Die Prüfung gilt bereits mit der Durchschnittsnote 2,5 als bestanden und nicht wie bisher mit der Note 2. Die neuen Regelungen zur Bildungsempfehlung sollen bereits ab diesem Frühjahr gelten.

Flath machte deutlich, dass sich die Koalitionspartner zuvor nicht abschließend auf Regeln zur Bildungsempfehlung verständigen konnten. Der jetzige Weg sei daher nur ein erster Schritt und die Koalitionsvereinbarung in diesem Punkt damit noch nicht vollständig umgesetzt. "Mir ist wichtig, dass die Kinder nicht die Leidtragenden sind, wenn sich zwei Partner nicht einigen können", begründete Flath seine Entscheidung, dennoch in diesem Jahr neue Kriterien für die Schulwahl auf den Weg zu bringen.

Flath appellierte an Lehrer und Eltern, die neuen Regelungen zur Schulwahl sehr sorgfältig und bewusst zu nutzen. Die Zahl der Rückkehrer vom Gymnasium an die Mittelschule dürfe nicht steigen. "Nichts ist schlimmer als frustrierte und demotivierte Kinder", so Flath. Im laufenden Schuljahr verließen weniger als ein Prozent der Schüler nach den Klassen 5 und 6 das Gymnasium und wechselten an die Mittelschule. In diesem Jahr werden 21900 Schülerinnen und Schüler eine Bildungsempfehlung erhalten. Im vergangenen Jahr erhielten 38,5 Prozent der Schüler eine Empfehlung für den Besuch eines Gymnasiums, allerdings wechselten lediglich 36,1 auf diese Schulart.

Flath wies zudem darauf hin, dass es eine Vielzahl von möglichen Bildungswegen gebe. Mit der Bildungsempfehlung stehe und falle nicht die schulische und berufliche Zukunft der Kinder. Der Wechsel von der Mittelschule zum Gymnasium solle zudem durchlässiger gestaltet werden. Darüber hinaus gebe es den Weg über das berufliche Gymnasium oder die Fachoberschule zum Studium. Über die Vielfalt der Bildungswege in Sachsen informieren kostenlose Broschüren des Kultusministeriums. Sie können bestellt werden unter der Telefonnum-mer 0351-564 25 15 oder sind im Internet erhältlich unter www.sachsen-macht-schule.de.


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