Starke Partner für Eltern und Kinder

Ob erfolgreiche Vermittlung von Tagesmüttern, die Einführung familienfreundlicher Öffnungszeiten oder flexible Betreuungsmöglichkeiten für Kinder - die im Rahmen der Lokalen Bündnisse für Familie vom Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend geförderten Innovationspiloten zeigen erste Erfolge.

18.10.2005 Pressemeldung Bundesministerium für Familie, Senioren, Frauen und Jugend

Ziel der Innovationspiloten ist die Entwicklung von Lösungen, die auch für andere Bündnisse beispielgebend sein können. Das Bundesministerium unterstützt die Innovationspiloten durch die Arbeit des Servicebüros und fördert gezielt Beispiele guter Praxis, die Ergebnisse und Anregungen für die gesamte Bündnisinitiative bieten. Diese Ergebnisse werden unmittelbar in die Initiative "Lokale Bündnisse für Familie" eingespeist und damit für andere Bündnisse verfügbar.

"Die Innovationspiloten zeigen, welche Fortschritte für Familien möglich sind, wenn starke Partner zusammenarbeiten", erklärte die Bundesministerin für Familie, Senioren, Frauen und Jugend, Renate Schmidt. "Mit den Lokalen Bündnissen helfen wir direkt den Familien, denn die Bündnisse entwickeln und realisieren genau die Verbesserungen, die vor Ort benötigt werden. Durch die Innovationspiloten machen wir zudem Lösungen, die sich bewährt haben, für andere Bündnisse verfügbar. Das ist ein großer Schritt in Richtung auf das Ziel, das ich mir gesetzt habe: Deutschland bis 2010 zu einem der familienfreundlichsten Länder Europas zu machen."

Bundesweit gibt es vier Innovationspiloten:

Der Innovationspilot "Familienservice im Familienzentrum Jena" (Start Oktober 2004) hat eine zentrale Anlaufstelle für alle Fragen der Kinderbetreuung für Familien und Unternehmen aufgebaut. Inzwischen stehen rund 60 Kinderfrauen und Babysitter zur Vermittlung zur Verfügung. Der Familienservice hat sich mit Unternehmen, öffentlichen Einrichtungen, freien Trägern, der Stadt Jena, der Agentur für Arbeit und der Universität vernetzt und erreicht so eine Verbesserung des Betreuungsangebots. Das Projekt will vor allem Unternehmen für eine familienbewusste Personalpolitik sensibilisieren und unterstützt sie bei der Einführung und dem Ausbau einer familienfreundlichen Unternehmenskultur.

Der Innovationspilot "Familiengerechtes Hanau - Eine Stadt baut Zeitbrücken zur Vereinbarkeit von Familie und Beruf" (Start Ende 2004) erleichtert durch die Entwicklung von "Zeitbrücken", "Zeitfenstern" und "Zeitinseln" die Vereinbarkeit von Familie und Beruf. Die Öffnungs- und Servicezeiten von Arztpraxen, Handwerksbetrieben, Verwaltung, Hallenbädern oder des Paketdienstes der Post werden familienfreundlicher gestaltet. Mehrere Ärzte und Handwerker bieten inzwischen neue Servicezeiten an, in allen Ämtern ist ein Termin auch außerhalb der Öffnungszeiten möglich. Die Vermittlung flexibler Betreuungsangebote schafft weiterhin eine stundenweise Entlastung berufstätiger Eltern und pflegender Angehöriger, außerdem gibt es spezielle Angebote für Väter und Kinder. An dem Innovationspiloten beteiligen sich die Stadtverwaltung, Unternehmen, Gewerkschaften, der Einzelhandel, Kammern, Vereine, Verbände, Vereinigungen, Stiftungen sowie die evangelische und katholische Kirche.

Der Innovationspilot Rügen (Start Anfang 2005) basiert auf dem ersten Lokalen Bündnis für Familie in Mecklenburg-Vorpommern und will Rügen zu einer familienfreundlichen Insel machen. Dafür wird ein Netz flexibler Betreuungsmöglichkeiten für Kinder aufgebaut, deren Eltern im saisonalen Bereich wie dem Tourismus oder im Schichtbetrieb arbeiten. Der saisonale Arbeitsmarkt öffnet sich damit auch für Frauen mit nicht schulpflichtigen Kindern. Zugleich entstehen Verdienstmöglichkeiten für pädagogisch qualifizierte Frauen, wodurch dem Abwanderungstrend entgegengewirkt wird. Bereits im September wurden mit Förderung des Arbeitsministeriums Mecklenburg-Vorpommern fünf bis dahin arbeitslose Erzieherinnen eingestellt.

Die Innovationspiloten des Deutschen Gewerkschaftsbundes (DGB) (Start Anfang 2005) hat die Vernetzung der gewerkschaftlichen Aktivitäten in Lokalen Bündnissen für Familie zum Ziel. Auf Initiative des DGB entstehen in den vier Pilotregionen Trier, Heilbronn-Franken, Vogtland/Zwickau und Chemnitz Lokale Bündnisse für Familie. Von diesen Pilotregionen will der Innovationspilot familienfreundliche Aktivitäten des DGB auf kommunaler, regionaler, Länder- und Bundesebene vernetzen und die Mitgliedsgewerkschaften zur Beteiligung anregen. Einen Schwerpunkt des Projekts bildet der Aufbau eines Netzwerkes mit einer Wissensplattform im Internet, um einen Erfahrungsaustausch zu ermöglichen.

Bundesweit haben sich bereits rund 200 Bündnisse der von Bundesfamilienministerin Renate Schmidt Anfang 2004 gegründeten Initiative "Lokale Bündnisse für Familie" angeschlossen. Die Initiative hat zum Ziel, familienfreundliche Strukturen auf lokaler Ebene mit Hilfe aller gesellschaftlichen und politischen Gruppen zu stärken. Ein Servicebüro des Bundesfamilienministeriums berät derzeit über 400 Städte und Kommunen, die entweder ein Bündnis gegründet haben oder dies vorhaben.

Weitere Informationen finden Sie unter www.lokale-buendnisse-fuer-familie.de.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden