Tag der Grundschule
Am heutigen Dienstag, dem 15. Februar 2005, veranstaltet die GEW gemeinsam mit den Fortbildungsinstituten LPM (Landesinstitut für Pädagogik und Medien) und ILF (Institut für Lehrerfortbildung) den landesweiten "Tag der Grundschule". In 10 verschiedenen Arbeitsgruppen werden dabei Fortbildungsangebote für Grundschullehrer gemacht, die vom Einsatz des Computers im Unterricht bis zu Stressbewältigung, Mediation und handlungsorientiertem Unterricht in einzelnen Fächern reichen.
15.02.2005 Pressemeldung GEW SaarlandIn seiner Eröffnungsrede kritisierte GEW-Landeschef Klaus Kessler die geplanten Grundschulschließungen im Saarland als die "größte Bildungssparaktion seit den letzten 20 Jahren". Laut GEW-Berechnungen werden durch die Schließung von mehr als 90 Grundschulen bis zu 400 Lehrerstellen wegfallen. Angesichts von 120 Ruhestandsversetzungen im kommenden Schuljahr befürchtet die Gewerkschaft einen drastischen Rückgang der Neueinstellungen im Grundschulbereich.
Bereits jetzt wirken sich die angekündigten Schulschließungen negativ auf das Berufswahlverhalten junger Grundschullehrkräfte im Saarland aus. Zum Ende des Ausbildungssemesters im Februar diesen Jahres haben nur 30 von 50 ausgebildeten Grundschullehrern einen Vertrag bis zum Sommer angenommen. Eine verlässliche Berufsperspektive ist zumindest für diese jungen Lehrer fraglich. Weiterhin sind bereits 30 Referendare zum Februartermin nicht mehr im Studienseminar angetreten und haben sich in anderen Bundesländern beworben. Das heißt, insgesamt sind zum Februartermin 2005 rund 50 Grundschullehrkräfte bzw. Referendare mit besseren Berufsperspektiven in andere Bundesländer abgewandert.
Nach Berechnungen der GEW wirkt sich diese Tendenz negativ auf die Schüler-Lehrer-Relation in den Schulen aus. Das heißt, die Betreuungssituation (Schüler je Lehrer) wird verschlechtert und das Saarland rutscht im Ländervergleich auch bei den Grundschulen auf hintere Rangplätze ab. Des Weiteren rechnet die GEW mit einer Erhöhung des Durchschnittsalters an den saarländischen Schulen, eine bedenkliche Entwicklung, da das Saarland gemeinsam mit Bremen ohnehin die ältesten Lehrer aller Bundesländer hat.
In dem Zusammenhang noch von Qualitätsverbesserungen im Grundschulbereich zu sprechen, ist nach Auffassung des GEW-Landesvorsitzenden Klaus Kessler absurd. Er kritisiert die Schulschließungsmaßnahmen mit den Worten: "Wer diese Bildungssparaktion in unserem Land als Qualitätsverbesserung verkauft, verdummt die Menschen und ist ein schlechtes Vorbild für unsere Kinder."
Weitere Qualitätsverschlechterungen im Schulbereich befürchtet die GEW durch Aussagen der Landesregierung, die Arbeitszeit der Beamten zu erhöhen und Einsparungen bei den Sonderzuwendungen vorzunehmen.
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