Unhaltbare Zustände an der Charité: Studentische Beschäftigte warten seit zwei Monaten auf Gehalt
Mehr als 200 studentische Beschäftigte in der Charité haben seit zwei Monaten keine Gehaltszahlung erhalten. Betroffen sind insbesondere die Tutorinnen und Tutoren der vorklinischen Disziplinen und des Computerpools.
14.06.2005 Berlin Pressemeldung GEW BerlinDie Charité wollte ab 1. April 2005 alle Arbeitsverträge mit den studentischen Beschäftigten über ihre private Tochterfirma GDL, Gesundheitsdienstleistungs-GmbH abschließen. Bis heute haben die studentischen Beschäftigten von dort weder einen Arbeitsvertrag noch ihren Lohn erhalten. Sie arbeiten ohne Bezahlung. Viele können ihre Miete und den Lebensunterhalt nicht mehr abdecken. Beschwerden der Betroffenen und der Personalräte der studentischen Beschäftigten von HU und FU werden von den Verantwortlichen der Charité nicht ernst genommen.
Dazu kommt, dass die Charité massiv gegen den geltenden Tarifvertrag für studentische Beschäftigte verstößt. Der Stundenlohn wurde von 10,98 Euro auf 10,00 Euro und zum Teil 9,00 Euro gekürzt. Die Arbeitsverträge werden im Schnitt nur noch für ein Semester abgeschlossen, obwohl der Tarifvertrag eine viersemestrige Beschäftigungsdauer vorsieht. Vor- und Nachbereitungszeiten von Tutorien sollen künftig nicht mehr bezahlt werden.
Das sind unhaltbare Zustände. Für den Vorstand der Charité sind studentische Beschäftigte offenbar Billig-Arbeitskräfte, bei denen man es mit der Einhaltung von Arbeitsrechten nicht so genau nehmen muss.
Die Gewerkschaften GEW BERLIN und ver.di Berlin fordern die Leitung der Charité auf, den studentischen Mitarbeiterinnen und Mitarbeitern endlich ihre Gehälter zu zahlen und ihre Arbeitsverhältnisse unter Einhaltung des Tarifvertrags für studentische Beschäftigte in Berlin zu gestalten. Die studentischen Beschäftigten sind dringend auf ihren Lohn angewiesen.
Der Arbeitgeber Charité (lateinisch Fürsorge, Nächstenliebe) muss seine Fürsorgepflicht endlich auch gegenüber den Beschäftigten wahrnehmen!
Für inhaltliche Rückfragen:
Matthias Jähne - GEW BERLIN; Referat Hochschule/Forschung (Tel.: 030 / 219993 - 59)
André Pollmann - ver.di, Fachbereich Bildung, Wissenschaft und Forschung (Tel.: 030 / 8866-5304 oder -5303)
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