Zöllner: Das individuelle Kompetenzprofil deutlich herausstellen

Unter dem Motto "Stärken kennen – Stärken nutzen" erscheint probeweise ein so genannter ProfilPASS. "Darin werden alle Kompetenzen, Tätigkeiten und Fähigkeiten dokumentiert, und zwar nicht nur rein formal erworbenes Wissen, sondern auch non-formale und informell erworbene Kompetenzen", sagte der Minister für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Professor Dr. E. Jürgen Zöllner, heute in Mainz.

21.12.2004 Pressemeldung Ministerium für Wissenschaft, Weiterbildung, Forschung und Kultur, Rheinland-Pfalz (bis 11/06)

Die Umsetzung wird in Neustadt an der Weinstraße durch die dortige Volkshochschule koordiniert, in Trier wird der Pass durch die Lernende Region ausgegeben. Des Weiteren wird der ProfilPASS noch am Bundesbildungszentrum des Deutschen Dachdeckerhandwerks in Mayen erprobt.

Statistischen Erkenntnissen zufolge macht das informelle Lernen immerhin 70 Prozent der persönlichen Kompetenzen aus. Der ProfilPASS gibt Anleitung dazu, sich dieser Fähigkeiten bewusst zu werden und sie schriftlich festzuhalten. Den Nutzern stehen dabei Berater zur besseren Handhabung des Instruments zur Seite.

"Die Erstellung eines individuellen Kompetenzprofils ist zum Nutzen der Betriebe und der Arbeitnehmer wie auch der Berufsrückkehrerinnen und -rückkehrer. Wir versprechen uns vom ProfilPASS neue Impulse für eine bessere Personalentwicklung insbesondere für kleine und mittlere Unternehmen", so Zöllner. Die Arbeitnehmer könnten ihre gesamten Kenntnisse, Talente und Fähigkeiten systematisch aufbereiten und so den Betrieben einen besseren Einblick in ihre Fähigkeiten vermitteln. Dies beinhalte auch Familienarbeit, Einsatz im Ehrenamt und Vereinsarbeit. Für die berufliche Weiterqualifikation oder auch den Arbeitsplatz- oder Berufswechsel bedeute das neue Instrument eine besondere Hilfe.

Der ProfilPASS wurde im Rahmen des Bund-Länder-Projektes "Weiterbildungspass mit Zertifizierung informellen Lernens" entwickelt. Ihm liegt eine wissenschaftlich begründete Bewertung der Möglichkeiten zur Einführung eines Weiterbildungspasses zugrunde. Gefördert wird das Projekt durch das Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) und den Europäischen Sozialfonds (ESF) im Rahmen des Programms "Lebenslanges Lernen" der Bund-Länder-Kommission für Bildungsplanung und Forschungsförderung (BLK).

Der ProfilPASS wird in 20 Regionen zwischen Bodensee und Kiel bis Frühjahr nächsten Jahres erprobt. Drei renommierte Wissenschaftsinstitute evaluieren die Erprobung: das Deutsche Institut für Internationale Pädagogische Forschung in Frankfurt (DIPF), das Deutsche Institut für Erwachsenenbildung in Bonn (DIE) und das Institut für Entwicklungsplanung und Sozialforschung in Hannover (ies).

Aus dem Wissen der Erprobung soll ein überarbeitetes Modell entstehen, das in ganz Deutschland eingesetzt werden kann. Der ProfilPASS soll dazu beitragen, lebensbegleitendes Lernen zu einer Selbstverständlichkeit werden zu lassen. "Die Zertifizierung auch informellen Lernens ist ein wichtiger Beitrag zur Stärkung des lebenslangen Lernens", sagte Zöllner.


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