Zweite Chance für 1,5 Millionen Schüler:

"Wenn Johnny in der 9. Klasse nicht lesen kann, ist es nicht zu spät." Die optimistische Kernaussage der kalifornischen Förderinitiative "Reading Apprenticeship" ("Leseausbildung"), ließ die deutsche Pädagogin Dorothee Gaile aufhorchen, als sie im Jahr des ersten PISA-Schocks 2003 im Internet nach internationalen Modellen der Sprach- und Leseförderung suchte. Liegt hier eine Chance für ein Viertel aller deutschen Schülerinnen und Schüler in weiterführenden Schulen, die keine zusammenhängenden Texte lesen können? "Lesen lässt sich lernen wie ein Handwerk.", so die schlichte Botschaft der vier US-Amerikanerinnen Ruth Schoenbach, Cynthia Greenleaf, Christine Cziko und Lori Hurwitz. Wie das Programm auch an deutschen Schulen eingesetzt werden kann, zeigte Gaile deutschlandweit mit großem Erfolg in Workshops und nun auch als Herausgeberin der deutschen Übersetzung Lesen macht schlau (Cornelsen Scriptor).

09.02.2006 Pressemeldung Cornelsen Verlag GmbH

Anders als die meisten Ansätze konzentriert sich das pragmatische Konzept der "Leseausbildung" nicht auf die Analyse von Defiziten. Mangelnde Lesekompetenz wird oft einzig als Versäumnis der Grundschule betrachtet. Bis in die jüngste Zeit gingen Pädagogen davon aus, dass Jugendliche das Lesen beherrschen, wenn sie in die weiterführenden Schulen kamen, und vernachlässigten die Leseförderung. Ein Irrtum, wie die kalifornische Projektgruppe erkannte. Frei nach dem Credo, dass es niemals zu spät ist, Versäumtes nachzuholen, begannen sie mit der systematischen Förderung von Schülern der neunten Jahrgangsstufe einer Highschool. Der Erfolg war erstaunlich: Innerhalb von sieben Monaten veränderten die Jugendlichen ihre Einstellung zum Lesen grundlegend und holten ihren Leistungsrückstand im Bereich der Lesekompetenz komplett auf.

Lesen macht schlau berücksichtigt alle Aspekte des Leseprozesses: von Leseschwächen einzelner Schüler über die Gruppendynamik einer lesefeindlichen Clique bis hin zum Gestalten eines geeigneten Leseraumes. Mit seinem ganzheitlichen Ansatz fördert das Programm nicht nur die Lesekompetenz, sondern in entscheidendem Maße auch die Motivation, Texte zu lesen. Auf über 230 Seiten zeigt der Ratgeber, wie die Leseausbildung zu einem festen fächerübergreifenden Bestandteil der Schulentwicklung werden kann. Mit Kommentaren und Ergänzungen hat Dorothee Gaile das Programm für den deutschen Markt adaptiert. Lesen macht schlau ist für 16,95 Euro im Buchhandel erhältlich.

Ansprechpartner

Cornelsen Verlag GmbH
Irina Groh
Leiterin Presse- und Öffentlichkeitsarbeit
Mecklenburgische Str. 53
14197 Berlin
Telefon: +49 30 897 85-563
Fax: +49 30 897 85-97-563
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