Auf Reisen nicht sprachlos
(bikl) Sprachen lernt man am besten dort, wo sie gesprochen werden. Zweitbeste Methode: Sprachunterricht in der Schule oder in anderen Bildungsinstitutionen. Doch was tun, wenn Urlaub oder Bildungsreise kurz bevorstehen, es mit den sprachlichen Voraussetzungen fürs Reiseland aber noch hapert? Spätestens bei der ersten Autopanne, der Suche nach dem nächsten Bahnhof, dem Museum oder einem guten Restaurant macht sich bemerkbar, welche Folgen mangelnde Sprachkenntnisse haben können. Klar, dass es für einen Crash-Kurs an der Volkshochschule zu spät ist - aber es gibt auch andere Möglichkeiten.
15.08.2005 ArtikelDrei auf einen Streich
Methode eins: Der Selbstlernkurs. Mit viva lingua bietet der Münchner Sprachenspezialist digital publishing eine spezielle Reihe und zwar für die Sprachen Englisch, Französisch, Italienisch und Spanisch. In diesen Sprachpaketen befinden sich jeweils eine Lernsoftware, ein Hörbuch und ein gedruckter Sprachführer im Hosentaschenformat. Vor dem Urlaub kann man also am PC pauken, auf der Fahrt mit dem Discman lernen und im Urlaub wie gewohnt im guten alten Buch nachschlagen. Das Ganze kostet knapp 20 Euro.
Sprachcomputer für die Hosentasche
Methode zwei: Gar nicht mehr aufs Buch, sondern nur noch auf Digitales setzen andere Übersetzungshelfer für unterwegs: Kleine Sprachcomputer, die es für beinahe alle Sprachen gibt. Sie bieten häufig sogar mehrere Sprachen gleichzeitig an, sind aber vergleichsweise kostspielig. In ihrer Handhabung sind die Hosentaschen-Übersetzer durchweg recht komfortabel. Man braucht also nicht mehr Spinnenfinger oder einen dünnen Stift, um die Tasten treffsicher bedienen zu können. Die beiden führenden Anbieter sind Hexaglot und Franklin. Beide haben jetzt zwei leistungsfähige Mini-Übersetzer auf den Markt gebracht.
Auf insgesamt zwölf Sprachen bringt es der Euro Interpreter von Franklin und hat neben den gängigen Urlaubssprachen Spanisch oder Italienisch auch Russisch, Türkisch und Holländisch im Angebot. Wörter, Sätze oder Redewendungen lassen sich auf dem relativ großen Display bequem lesen. Wahlweise lässt sich in Kategorien wie Notfälle, Hotel oder Einkaufen oder direkt im Wörterbuch nach den passenden Übersetzungen suchen. Praktisch hier: das Hin- und Her-Switchen zwischen den beiden ausgewählten Sprachen. Zum Beispiel die Wahl von Deutsch-Spanisch zu Spanisch-Deutsch. Etwas umständlicher hingegen ist die Auswahl einer neuen Sprache. Der kleine digitale Helfer kommt optisch daher wie ein Minitaschenbuch und hat nach dem Aufklappen die Form eines winzigen Laptops. Kostenpunkt des Sprachtalents: Knapp 70 Euro.
Deutlich teurer: Das Konkurrenzprodukt von Hexaglot. Der Top Translator multi ist fünfsprachig: deutsch, englisch, französisch, italienisch und spanisch und kostet stolze 120 Euro. Das Gerät ist etwa genauso groß wie der Übersetzer von Franklin. In seiner Menuführung ist dieser Minicomputer aber äußerst durchdacht und deutlich intuitiver als der Konkurrent. Pfiffig auch: Die Synonymtaste, mit der zum Beispiel für das Wort gehen alle möglichen Ersatzbegriffe von abdanken über latschen bis sich fühlen angeboten werden. Allerdings ist hier das Display nicht durch eine Klappe geschützt und so tendenziell durch Druck oder Stöße gefährdet.
Handy als Sprachexperte
Methode drei: Sprach- und Reiseinfos auf dem Handy. Der Service "Polyglott mobile guide" bietet Reise- und Sprachinfos für insgesamt 62 Städte beziehungsweise Regionen. Die Handhabung ist einfach: Man lädt den Reiseführer zu Hause vom PC oder per SMS auf´s Handy und kann die Informationen anschließend überall nutzen, ohne dass weitere Verbindungsgebühren anfallen. Das Angebot gilt für alle deutschen Handy-Netze, Voraussetzung fürs Handy: Es muss javafähig sein. Das trifft auf beinahe alle Modelle zu, die in den letzten vier, fünf Jahren auf den Markt gekommen sind. Kostenpunkt für einen digitalen Reiseführer dieser Art: Knapp fünf Euro. Dafür gibt es Reise- und Touristikinformationen über Sehenswürdigkeiten, Bus- und U-Bahnverbindungen, Einkaufstipps und Übersetzungshilfen. Die sind nach Kapiteln gegliedert und werden - damit's kein Desaster wird - auch in Lautschrift angezeigt.
Für jeden etwas
Es gibt also für jeden etwas: Das Komplettpaket viva von digital publishing ist für Reisende gedacht, die vor Ort gern einen gedruckten Sprachführer nutzen, sich vorab aber am PC oder an der Stereoanlage auf die Urlaubssprache einstimmen möchten. Technikbegeisterte mit dem nötigen Kleingeld werden eher auf Handhelds setzen, bieten diese doch viel Inhalt fürs Geld und können bei pfleglichem Umgang für Jahre gute Dienste in verschiedenen Ländern leisten. Deutlich kostengünstiger: Reise- und Sprachführer, die aufs Handy geladen werden. Schon für knapp 5 Euro bekommt man diese Urlaubspakete, die zumindest allererste Hilfestellung bei den größten Sprachbarrieren leisten.
Links
Sprachpakete von digital publishing
FranklinSprachcomputer
Hexaglot Sprachcomputer
Polyglott Mobile Guides
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