Bayern bleibt bei alter Rechtschreibung

(bikl) Bayern distanziert sich als erster Bundesland vom Beschluss der Kultusministerkonferenz (KMK) und behält bis auf Weiteres die alte deutsche Rechtschreibung bei. Das kündigt der Ministerpräsident des Landes, Edmund Stoiber, in der "Bild am Sonntag" an.

16.07.2005 Artikel

Damit bestätigen sich Gerüchte am Rand der KMK-Tagung am Donnerstag dieser Woche, bei der Bayerns Kultusminister auf eine entsprechende Nachfrage von bildungklick.de mit einem eindeutig zweideutigen "Wir werden sehen" geantwortet hatte (Siehe Meldung vom Freitag). Der Ministerpräsident wurde jetzt konkreter und führte aus: "Bayern wird die Rechtschreibreform zum 1. August nicht in Kraft setzen. Wir wollen warten, bis der Rat für Rechtschreibung in den nächsten Monaten seine Empfehlungen für Korrekturen vorlegt. Denn ich will die Vorschläge des Rats für Rechtschreibung übernehmen."

Weiter forderte er die Bundesländer zur Nachahmung auf: "Ich hoffe, dass sich andere Länder anschließen. Mit meinen Kollegen etwa aus Nordrhein-Westfalen, Niedersachsen und dem Saarland bin ich schon im Gespräch", sagte er. Denn es mache keinen Sinn, die Reform jetzt verbindlich einzuführen und schon im nächsten Jahr wieder Änderungen vorzunehmen. Das solle eigentlich jeder einsehen.

Bayerns Schüler werden also weiterhin gemäß der alten und neuen Regeln schreiben dürfen. Diesem offenen Status hatte die KMK nach siebenjähriger Übergangsfrist mit ihrem Beschluss, wenigstens die unstrittigen Teile des Reformwerks wirksam werden zu lassen, ein Ende bereiten wollen.

Zumindest Brandenburg, Rheinland-Pfalz und Bremen wollen am Beschluss der Kulutusminister festhalten.

Siehe auch Bildungs-Special Rechtschreibreform.


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden