Bestseller besser in neuer Rechtschreibung

(bikl) Was verbindet eigentlich Frank Schirrmacher, Robbie Williams, Dietrich Grönemeyer und Friedrich Merz? Mindestens zweierlei. Sie haben es nicht nur in die aktuelle SPIEGEL Bestsellerliste der Sachbücher geschafft, ihre aktuellen Werke sind auch durchweg in der neuen deutschen Rechtschreibung verfasst.

15.12.2004 Artikel

Insgesamt halten sich fünfzehn der zwanzig Bestsellerautoren an die neuen Schreibregeln.

Das neue Regelwerk für richtiges Schreiben wird seit 1998 an deutschen Schulen gelehrt und soll dort laut einstimmigem Beschluss der Kultusministerkonferenz ab Mitte nächsten Jahres verbindlich gelten. Im Sommer dieses Jahres verlangten allerdings zunehmend kritische Stimmen in Medien und Politik eine Rückkehr zum alten Schreibmodus. Springer- und Spiegel-Verlag kündigten sogar auf publikumswirksame Weise die komplette Umkehr zur längst abgeschafften Schreibweise an. Etliche deutschsprachige Schriftsteller wie Günter Grass, Martin Walser und Elfriede Jelinek forderten eine "völlige Rücknahme der überflüssigen, inhaltlich verfehlten und sehr viel Geld und Arbeitskraft kostenden Rechtschreibreform". Das sehen offensichtlich nicht alle Schriftstellerkollegen so. Immerhin zwölf von zwanzig Titeln der SPIEGEL-Belletristik-Hits sind in der neuen deutschen Rechtschreibung verfasst.

Im Streit um die Rechtschreibung hoffen Befürworter und Gegner jetzt auf das vermittelnde Potenzial des Rates für deutsche Rechtschreibung, der sich am 17. Dezember konstituieren und Hans Zehetmair zu seinem Sprecher wählen soll.

Weiterführender Link

Bildungs-Special 'Rechtschreibreform'


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden