Bildung gehört in eine Hand
Die Leiterin des Forums Kindertagesstätten im Bayerischen Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV), Sigrid Hepting, fordert, die Zuständigkeit für bayerische Kindertagesstätten wieder dem Kultusministerium zu zuordnen. "Das Sozialministerium geht bei der Kinderbetreuung nach dem gleichen Muster vor wie bei der Altenpflege, nämlich fallspezifisch. Hepting: "Die Bildungsfinanzierung muss aber gruppenbezogen erfolgen, damit der Verwaltungsaufwand möglichst niedrig ist, die Personal-Kind-Relation transparent bleibt und die Sicherheit des Arbeitsplatzes für das pädagogische Personal gewährleistet ist." Kindertagesstätten sind Bildungsinstitutionen und als solche gleichbedeutend mit der Schule und der Universität. "Bildung gehört in eine Hand", erklärte Hepting. Bildungsplan und Lehrplan müssen aufeinander aufbauen, kindliche Entwicklungsverläufe müssen vom Kindergarten in die Schule weitergeführt werden.
29.06.2007 Bayern Pressemeldung Bayerischer Lehrer- und Lehrerinnenverband (BLLV) e.V.Hepting kritisierte zudem erneut, dass sich die Situation an vielen Kindertagesstätten in Bayern seit der Einführung des umstrittenen Kinderbildungs- und Betreuungsgesetzes vor zwei Jahren dramatisch verschlechtert hat. Immer mehr Erzieherinnen leben inzwischen am Existenzminimum und halten sich mit Nebenjobs finanziell über Wasser. "Eine Tatsache, die von der Sozialministerin verschwiegen wird."
Die Aufgaben, die das Personal leisten muss, haben in den vergangenen zwei Jahren dramatisch zugenommen. So wird die Zusammenarbeit von Kindergarten und Grundschule zwar vom Gesetzgeber gefordert, allerdings erhält das Fachpersonal dafür nicht die Zeit, die es braucht. "Wenn Kinder sich im Kindergarten wohl fühlen und die partnerschaftliche Zusammenarbeit mit den Eltern gelingt, wenn Konzeptionen fortgeschrieben werden, dann ist das dem Einsatz der Pädagoginnen in ihrer Freizeit zu danken."
Für die Vereinbarkeit von Familie und Beruf werden wesentlich mehr Betreuungsplätze für Kinder unter Drei gebraucht. Je jünger die Kinder sind, desto enger muss die Bindung an eine Bezugsperson sein. Bei den derzeitigen Bedingungen sind solche Beziehungen nicht möglich. Der Gesetzgeber missachtet in eklatanter Weise die Bedürfnisse der Jüngsten und Sensibelsten unserer Gesellschaft. Es geht ausschließlich um Quantität. Eine Qualitätsdiskussion wird seit zwei Jahren nicht mehr geführt, da diese wohl Auswirkungen auf die Finanzierung der Einrichtungen und die Ausbildung des Fachpersonals hätte, die nach Auffassung Heptings längst an die Universität gehört.
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