Computerspiel misst Kompetenzen

(bikl) Mathematische Formeln, Vokabeln oder Grammatikregeln – das ist der Stoff, der in erster Linie in der Schule vermittelt wird. Was aber ist mit Kompetenzen, die erwiesenermaßen (nicht nur) im Berufsleben von entscheidender Bedeutung sind, wie problemlösendes Denken, Kreativität und Eingeständigkeit?

14.06.2005 Artikel

Lernen Schüler diese Fähigkeiten überhaupt - und wie erfolgreich sind sie dabei? Mit einem Computerspiel will Prof. Gerald Hüthers von der Uni Göttingen jetzt mögliche Lerndefizite in diesem Bereich bei Schülern aufdecken. In dem neu entwickelten Wissensunabhängigen Kompetenztest (WuK) müssen die Schüler jedes einzelne Feld einer schachbrettartige Spielfläche per Mausklick betreten. Dabei darf nur geradeaus gegangen und im rechten Winkel abgebogen werden. Außerdem müssen verschiedene Hindernisse umgangen werden. In fünfzehn Minuten sollten möglichst alle Felder einmal angesteuert worden sein.

Ein Computerprogramm analysiert das Spielverhalten der Schüler und findet zum Beispiel heraus, wie lange es dauert, bis eigene Fehler erkannt werden oder ob die Wege zielstrebig gesucht oder chaotisch angegangen werden.

Unterricht ändern

NAch ersten Tests plädiert Hirnforscher Hüther für eine grundlegende Änderung der Schulen: Weg vom Auswendiglernen, hin zu mehr eigenverantwortlicher Projektarbeit. Schulvergleiche mit WuK zeigten nämlich, dass in Schulen, in denen jetzt schon "anders" unterrichtet wird, die Schüler im Test durchwegs besser abschnitten.

Weiterführende Links

[Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Universität Göttingen]


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