Dahin gehen wo Kinder sind

(bikl) "Einen einfachen aber ebenso wichtigen Tipp kann ich allen Eltern und Erziehern geben: Geht auf die Kinder zu und sagt einfach: Zeig mir das doch mal, ich traue mich nicht – oder: Ich kann das nicht", erklärte Hartmut Warkus heute auf der Games Convention in Leipzig. Gemeint sind Computerspiele, die Kinder begeistern und von denen Eltern und Pädagogen oft wenig Ahnung haben.

19.08.2004 Artikel

Mit insgesamt 30 Studierenden betreut Prof. Dr. Hartmut Warkus vom Institut für Kommunikations- und Medienwissenschaft der Universität Leipzig den Familienbereich auf der Games Convention in Leipzig. Bis einschließlich Sonntag werden er und seine Studenten die Besucher - das sind Eltern, Erzieher und Lehrer - über Lernsoftware oder geeignete Software für Kinder informieren. An den eigens dafür installierten Spieleinseln können Kinder und Eltern aktuelle Lernprogramme, Spiele oder Nachschlagewerke testen und sich individuellen Rat holen.

Die Präsenz von Pädagogen und Wissenschaftlern auf einer Messe, in der es in erster Linie ums Spielen und nicht ums Lernen geht, hält Warkus für außerordentlich wichtig. "Kinder- und Lernsoftwareverlage, die diese Chance nicht nutzen, machen etwas falsch. Sie müssen dahin gehen, wo Kinder oder Erziehende wirklich sind und zeigen, schaut her, so geht es: Das ist gute Software."

Tatsächlich sind in diesem Jahr schon mehr Verlage mit Lern- und Kindersoftware vertreten als 2003; die traditionellen Schulbuchverlage aber sucht man noch vergebens. Das kann sich jedoch ändern. "Wir stellen fest, dass der Sektor Familie auf der Games Convention zugenommen hat. Das löst natürlich auch eigene Überlegungen für die Zukunft aus", erklärte zum Beispiel Dr. Carsten Kindermann vom Cornelsen Verlag heute bei einem Gang über die Messe.


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