Die Online-Welt muss zugänglich für alle sein
Christoph Sahner, Pressesprecher D/A/CH, Adobe Systems im Gespräch mit der Initiative D21.
09.08.2004 ArtikelDas Internet hat sich in den vergangenen Jahren zu einem umfassenden Fundus von Informationen und Dienstleistungen entwickelt. Wo besteht denn Handlungsbedarf, damit die Online-Welt nicht bestimmten Personenkreisen verschlossen bleibt? Bereits heute hat praktisch jeder technisch gesehen Zugangsmöglichkeiten zum Internet - in der Arbeit, zu Hause oder in Internet Cafes. Doch ist die Situation bei näherem Hinsehen weniger eindeutig. Um bestimmte Online-Angebote nutzen zu können, benötige ich oft spezielle Software - häufig wie beim Online-Banking aus Sicherheitsgründen. Und während Menschen mit Behinderungen das Internet zur Erweiterung ihres Handlungsspielraums nutzen können, treffen sie in der Online-Welt wiederum auf neue Barrieren. Sich digitale Informationen vorlesen zu lassen oder bestimmte Vorgänge mit einer digitalen Unterschrift rechtskräftig abschließen zu können, das sind nur zwei Beispiele dafür, wo unsere Online-Welt noch nicht grenzenlos und barrierefrei ist.
Wie lassen sich denn die von Ihnen angeführten Einschränkungen der Online-Welt beseitigen? Als erstes müssten alle Informationen und Dienstleistungen mit Programmen abrufbar sein, die sowieso auf jedem Rechner verfügbar sind. Von diesen sogenannten Universal Clients kennen wir derzeit zwei: den Web-Browser, mit dem ich im Internet surfe, und den Adobe Reader, mit dem ich unabhängig von Computerplattformen und Betriebssystemen digitale Dokumente in Form sogenannter PDFs originalgetreu lesen, drucken und inzwischen auch bearbeiten kann. Zweitens müssen Informationen so angeboten werden, dass man mit Hilfe der beiden oben genannten Programme mit ihnen interagieren kann bzw. Dienslteistungen wahrnehmen kann. Und drittens müssen diese Programme Möglichkeiten bieten, dass auch behinderte Menschen von diesen Angeboten nicht ausgeschlossen werden, z.B. durch das Vorlesen der Informationen für Sehbehinderte. Und viertens müssen bei aller Offenheit diejenigen Informationen vertraulich bleiben, die nicht für die Öffentlichkeit gedacht sind, z.B. private Angaben oder individuelle Kundenvereinbarungen.
Was ist denn heute schon machbar? Wie weit sind wir denn auf dem Weg zu einer offenen Informationsgesellschaft? Es ist bereits verblüffend viel machbar, wenn man konzeptionell die Anforderungen innerhalb eines sogenannten intelligenten Dokuments erfüllt. Hierbei kann der Anbieter von Informationen oder Dienstleistungen all das in in ein PDF-Dokument verpacken, wofür ansonsten aufwendige Infrastrukturen oder Spezialanwendungen nötig wären. Vom Vorlesen des Dokuments über eine Schnittstelle des Adobe Readers über die Einbettung von Geschäftsdaten bis hin zu einer digitalen Signatur und der Archivierung sind hiermit viele Szenarien realisierbar. Das wichtigste dabei: Die Menschen brauchen nicht technologisch aufzurüsten, um am digitalen Leben teilzuhaben. Es sind vielmehr die Anbieter selbst, die durch spezielle Technologien ihre PDF-Dokumente an den jeweiligen Zweck anpassen können und damit eine bessere Kommunikation ermöglichen.
Quelle: www.initiatived21.de
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