DJHT: Kunstwerkstatt für Flüchtlingskinder

(Eigenbericht) Die Refugio Kunstwerkstatt für Flüchtlingskinder in München, Prof. Dr. Hilde von Balluseck von der Alice-Salomon-Fachhochschule in Berlin und Sabine Rückert von der ZEIT sind die Preisträgerinnen des diesjährigen Deutschen Jugendhilfepreises.

03.06.2004 Artikel

Der Praxispreis

Die Refugio Kunstwerkstatt betreut seit zehn Jahren Flüchtlingskinder und Jugendliche aus allen Kriegs- und Bürgerkriegsländern – und zwar vor Ort in den Gemeinschaftsunterkünften. Hier hat das Projekt Kunstwerkstätten eingerichtet, die von qualifizierten Künstlern betreut werden. Einmal pro Woche bieten die Mitarbeiter Kurse für bildnerisches Gestalten, Musik, Tanz und Theater an. Zur Zeit besuchen etwa 350 Kinder diese Kurse. Immer wieder präsentieren sie ihre Ergebnisse in Ausstellungen und Aufführungen. "Flüchtlingskinder sind nicht nur "Opfer". Sie sind auch starke, kreative und phantasievolle Persönlichkeiten. Sie können aktiv mit ihrer Lebenssituation umgehen, wenn man sie fördert und sie mit ihren Problemen nicht allein lässt. Dies soll mit diesem Projekt deutlich gemacht werden," heißt es in der Broschüre zum Jugendhilfepreis.

Der Theorie- und Wissenschaftspreis

Prof. Dr. Hilde von Balluseck hat für die Alice-Salomon-Fachhochschule in Berlin den Studiengang für angehende Erzieherinnen und Erzieher entwickelt und damit die Ausbildung auf eine Qualitätsstufe gebracht, die den Anforderungen an diesen Beruf entspricht. Denn, so die Broschüre "je besser die pädagogischen Fachkräfte auf die Bedürfnisse von Kindern eingehen können, desto eher können Kinder in den späteren Schulstufen den steigenden intellektuellen Anforderungen gerecht werden. Von daher ist der pädagogischen Arbeit insbesondere im Vorschulalter weitaus mehr Aufmerksamkeit als bisher zu widmen."

Der Medienpreis

In ihrem Dossier Der Verdacht (DIE ZEIT 18. Juni 2003) schildert Sabine Rückert eindringlich, wie falsche Beschuldigungen Hand in Hand mit einer staatlichen Maschinerie, die sich durch nichts beirren lässt, das Leben einer Familie zerstören.

Anerkennungspreise

Die Anerkennungspreise gingen an das Solaris Förderzentrum für Umwelt in Sachsen und an Catharina von Westernhagen für ihre Reportage "Harte Schale –weicher Kern. Wege aus der Gewalt."

Der Deutsche Jugendhilfepreis, der den Namen einer der Gründerinnen der Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe – Hermine Albers – trägt, wird alle zwei Jahre verliehen. Mit ihm zeichnet die Arbeitsgemeinschaft für Jugendhilfe Projekte und Personen aus, die sich in Theorie und Praxis um die Weiterentwicklung der Jugendhilfe verdient gemacht haben. Der Medienpreis geht an Journalisten, die Kinder- und Jugendhilfe wirklichkeitsnah darstellen. Die diesjährige Preisverleihung fand heute auf dem 12. Deutschen Jugendhilfetag in Osnabrück statt.

Weiterführende Links

www.grenzenlos-frei.de
Refugio

www.asfh-berlin.de
Alice-Salomon-Fachhochschule Berlin

www.zeit.de
DIE ZEIT


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