Gar nicht so einfach bei Weihnacht(en)
(bikl) Per Brief, Paket oder via E-Mail: Die besten Wünsche zum bevorstehenden Fest kommen jetzt reichlich. Bloß: Wie schreibt man eigentlich richtig: die Weihnacht, das Weihnachten oder die Weihnachten? Zum Glück weiß die Duden Sprachberatung weiter und schickte passend die nötigen Erläuterungen per Newsletter. Darin heißt es:
22.12.2004 Artikel"Das endungslose Substantiv "die Weihnacht" (Femininum Singular) wird gelegentlich neben der üblichen Form "Weihnachten" gebraucht: "Ich wünsche dir frohe Weihnachten / eine frohe Weihnacht." Es ist vor allem in der religiösen Sprache zu finden, ebenso in der Wendung "zu Weihnacht". Die Form "Weihnachten" wird aber standardsprachlich im Allgemeinen als ein Neutrum Singular aufgefasst: "Es war ein schönes Weihnachten." Es wird jedoch vorwiegend ohne Artikel gebraucht: "Weihnachten ist längst vorbei. Weihnachten steht vor der Tür."
Im landschaftlichen Sprachgebrauch wird "Weihnachten" aber häufig als Plural aufgefasst (so auch meist in Österreich und der Schweiz) und dann überwiegend mit bestimmtem Artikel oder einem Pronomen gebraucht: "nach den Weihnachten". "Ich werde diese Weihnachten in Berlin verleben." "Nächste Weihnachten werde ich nicht zu Hause bleiben" (dafür üblicher: "Nächstes Jahr Weihnachten" oder "zu Weihnachten" ...).
In bestimmten formelhaften Wendungen, vor allem als Wunschformel zum Weihnachtsfest, ist der Plural allgemeinsprachlich und nicht landschaftlich begrenzt: "Fröhliche Weihnachten!" "Weiße Weihnachten sind zu erwarten."
Standardsprachlich wird "Weihnachten" heute meist nicht als Subjekt oder Objekt mit Artikel oder Pronomen gebraucht; dafür treten dann Zusammensetzungen ein: "Die Weihnachts[feier]tage waren sehr anstrengend." "Das Weihnachtsfest wird in diesem Jahr sicher schön werden." "Die herrlichsten Weihnachtstage habe ich dort erlebt."
Es ist also standardsprachlich nicht üblich zu sagen: "Die Weihnachten waren / Das Weihnachten war sehr anstrengend."
Alle diese Schwankungen im Gebrauch des Artikels, des Numerus und des Genus bei der Festbezeichnung "Weihnachten" lassen sich sprachhistorisch erklären. "Weihnachten" ist ein erstarrter Dativ Plural, der sich im Mittelhochdeutschen aus der pluralischen Fügung "ze wihen nahten" (= in den heiligen Nächten) losgelöst hat und jetzt weitgehend als ein selbstständiger Nominativ Singular behandelt wird."
Also dann ganz allgemeinsprachlich: Fröhliche Weihnachten!
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