GEW: "Dreigliedriges Schulsystem überholt"

(bikl) "Das dreigliedrige Schulsystem, das aus der Ständegesellschaft des 19. Jahrhunderts stammt, ist historisch längst überholt. Wir brauchen eine Schule, in der alle Mädchen und Jungen gemeinsam bis zum Ende der Pflichtschulzeit lernen", erklärte die GEW-Vorsitzende Eva-Maria Stange am Freitag zum Auftakt der Konferenz "Auf dem Weg zu einer guten Schule für alle" in Berlin.

05.11.2004 Artikel
  • © GEW/M.Demmer

"Wir wollen keine Schulen abschaffen", betonte Stange und verlangte ein neues Leitbild für die Schulen: "Fördern statt auslesen."

Die wissenschaftlichen Erkenntnisse deuteten darauf hin, dass der Lernerfolg in heterogenen Gruppen höher sei als in "scheinhomogenen", wie an deutschen Schulen üblich. "Der Homogenitäts-Glaube hat einen hohen Preis: 40 Prozent aller Schüler bleiben mindestens ein Mal sitzen, 230.000 Kinder besuchen Schulen für 'Lernbehinderte', 85.000 junge Menschen verlassen die Schule ohne Abschluss ", stellte Stange fest.

Erste positive bildungspolitische Entwicklungen seien schon festzustellen. So machten Länder wie Schleswig-Holstein oder Thüringen bereits erste Schritte in Richtung eines integrierten Schulsystems

Weiterführende Links

Veranstaltungsprogramm "Auf dem Weg zu einer guten Schule für alle"
Pressemitteilung


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