GEW-Kritik an Bildungspolitik: Wahlkampf statt Objektivität

"Der Vorsitzende der GEW hält auch am Ende der Legislaturperiode an seiner maßlosen Kritik fest, obwohl saarländische Bildungspolitik überregional anerkannt ist. Er verwechselt seinen gewerkschaftlichen Auftrag mit seiner Rolle als Landtagskandidat der Grünen. Eine solche Verquickung der Interessen macht Objektivität unmöglich und instrumentalisiert eine ganze Gewerkschaft." Mit diesen Worten reagierte Kultusminister Jürgen Schreier auf die GEW-Bilanz zum Schuljahresende 2003/04.

16.07.2004 Saarland Pressemeldung Ministerium für Bildung und Kultur Saarland

Kessler habe bei seinen Attacken das Augenmaß verloren und schieße, wie immer, über das Ziel weit hinaus, sagte Schreier. Dabei scheue er auch vor falschen Behauptungen wider besseres Wissen nicht zurück. So habe sich, anders als von Kessler behauptet, seit der Einführung des achtjährigen Gymnasiums weder die Sitzenbleiber- noch die Abbrecherquote signifikant verändert, so der Minister.

Durchgängig bei den Vorwürfen sei, dass die positiven Entwicklungen im saarländischen Bildungswesen bewusst verschwiegen würden. Als Beispiele nannte Schreier die Einführung des achtjährigen Gymnasiums in vielen anderen Bundesländern nach saarländischem Vorbild, die kleinsten Klassen in der Grundschule im Vergleich mit allen westdeutschen Ländern, die deutliche Erhöhung der Stundenzahl in der Grundschule von 89 auf 94 Wochenstunden, die Entlastung der Schulleiter in Grundschulen, eine Verbesserung der Chancengleichzeit durch frühes Lernen im Kindergarten und durch das Programm "Früh Deutsch lernen" sowie eine verbesserte Vereinbarkeit von Familie und Beruf durch die massive Erhöhung der Krippenplätze und eine flächendeckende, wohnortnahe Einführung der Freiwilligen Ganztagsschule.

Vieles, so Schreier, sei also in den vergangenen fünf Jahren positiv verändert worden, Vieles bleibe aber noch zu tun. Dies sei auch ihm bewusst. Alles Wünschbare aber sei weder im Saarland noch sonst wo finanzierbar.

Jürgen Schreier abschließend: "Mein spezieller Freund Kessler soll wenigstens so ehrlich sein und sagen, dass er die gewerkschaftliche Plattform der GEW benutzt, um Politik für die Grünen zu machen. Er weiß genau, dass auch viele in seiner eigenen Gewerkschaft das genau so sehen."


Schlagworte

Keine Kommentare vorhanden

Sie sind derzeit nicht angemeldet. Um Kommentare verfassen zu können, müssen Sie sich vorab bei uns registrieren. Alternativ können Sie sich über Ihren Facebook-Account anmelden.
Anmelden