GEW zu CDU-Vorschlag: Ja zu Gebührenfreiheit! Nein zu Vorschulpflicht!
"Die CDU verdient breite Unterstützung dafür, mit der Gebührenfreiheit in den Kindertagesstätten endlich anzufangen. Allerdings wäre es besser, die Eltern von den Gebühren im ersten statt im letzten Kita-Jahr zu befreien. Das hätte einen größeren bildungspolitischen Effekt, weil schon heute 96 Prozent der Kinder in Schleswig-Holstein im letzten Jahr vor der Schule eine Kita besuchen", sagte Matthias Heidn, Landesvorsitzender der Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) am Dienstag, 6.11.07 in Kiel zu den Kita-Plänen der CDU-Landtagsfraktion. Ziel müsse es sein, Kindern den Besuch von Kinderstätten genauso wie von Schulen ohne Gebühren zu ermöglichen.
06.11.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung GEW Schleswig-HolsteinAuf entschiedene Ablehnung stieß beim GEW-Landesvorsitzenden die CDU-Idee, mit der Gebührenfreiheit eine Vorschulpflicht für Kinder ab fünf zu verknüpfen. "Wir brauchen keine Vorschulpflicht", meinte Heidn. Das sei verfassungsrechtlich problematisch und praktisch schwer umzusetzen. "Sollen Fünfjährige, deren Eltern ihr Kind lieber zu Hause lassen wollen, etwa mit der Polizei in die Kita gebracht werden? Sollen die Freien Träger Strichlisten über die Anwesenheit der Kinder führen?"
Aus Sicht der GEW führt der gebührenfreie Kita-Platz zu einer spürbaren finanziellen Entlastung für die Familien. Denn zunehmend sei festzustellen, dass Eltern ihre Kinder aus finanziellen Gründen von der Kindertagesstätte abmeldeten, und zwar auch aus Mittelschichtfamilien, die in finanzielle Nöte geraten seien.
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