Keine Super Nannys
(bikl/ots) Auch wenn es der Titel vermuten lässt: Der ZDF-Film "Chaos im Kinderzimmer" hat wenig gemein mit der RTL-Serie "Die Super Nanny". Denn hier geht es nicht um Reality-TV mit enstprechender Dramaturgie. Hier geht es um den Alltag von drei Familienhelfern aus Berlin, Nauen und Velten, die das ZDF vier Wochen lang bei ihrer Arbeit begleitet hat.
25.04.2005 ArtikelDabei wird deutlich: Sie sind keine Supernannys. Schnelle Lösungen gibt es nicht. Bis zu zwei Jahren dauert der Einsatz von Familienhelfern in der Regel. Zu etwa 40 000 Familien kommen derzeit in Deutschland Helfer nach Hause.
Manchmal der letzte Schritt
"Gefährdung des Kindeswohls" heißt es im Amtsdeutsch des Jugendamtes, wenn eine Familie mit den Kindern nicht mehr klarkommt. Dann wird eine Familienhelferin oder ein Familienhelfer eingeschaltet. Manchmal der letzte Schritt, bevor die Kinder ins Heim müssen. Oft bitten Eltern auch selbst um Hilfe, wenn sie merken, dass es nicht mehr weiter geht.
Multiproblemfälle
"In den meisten Fällen haben wir es mit Multiproblemfällen zu tun", berichtet eine Familienhelferin. Vielfach sind es Alleinerziehende, die Unterstützung brauchen. Meist fehlt es an der Fähigkeit konsequent zu erziehen, aber auch am Respekt voreinander und an der emotionalen Beziehung. Dazu kommen materielle Sorgen.
Wichtig: Respekt
Gemeinsam versuchen Familienhelferinnen und Eltern die Probleme anzugehen. Der Film begleitet einen allein erziehenden Vater mit drei Kindern: Essenspläne müssen organisiert, Hausaufgaben betreut werden. Der Film zeigt typische Situationen: Eine Mutter bittet ihren Sohn sein Zimmer aufzuräumen. Der Junge scheint gar nicht zu reagieren, er spielt weiter mit seinem Handy. Es kommt zum Konflikt. Die Familienhelferin will erreichen, dass sich Mutter und Sohn wieder Näher kommen, einander zuhören und verstehen, sich mit Respekt begegnen.
Liebe und Anerkennung
Eine andere Mutter kommt mit ihrer 13-jährigen Tochter nicht mehr klar: Hinter den endlosen Streitereien und Auseinandersetzungen wird aber auch das Ringen um Anerkennung und Liebe sichtbar. Zunächst müssen aber Pflichten im Haushalt und Familienregeln aufgestellt werden: "Freundlich miteinander reden, keine Schimpfwörter."
Alles wird gut?
Der 37°-Film zeigt, wie individuelle Lösungen erarbeitet werden und was Erziehungshilfe überhaupt zu leisten vermag. Eines wird deutlich: Solange es eine emotionale Bindung zwischen Eltern und Kindern gibt, kann alles gut werden - auch wenn es manchmal lange dauert.
Der Film "Chaos im Kinderzimmer" von Enrico Demurray und Angelika Wörthmüller wird am Dienstag, 26. April 2005, 22.15 Uhr in der ZDF- Dokumentationsreihe "37°" ausgestrahlt.
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