Kinderbildungsgesetz NRW

KiBiz-Revision und personelle Besetzung in Tageseinrichtungen

11.07.2011 Artikel

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"Verschönen" die Angaben aus den Meldbögen die tatsächliche Situation der personellen Besetzung in den Tageseinrichtungen?

Dieser Eindruck ergibt sich aus den Bedingungen, die Tageseinrichtungen biem Ausfüllen des Meldebogens zum 30.6.2011 zu berücksichtigen hatten. Es müssten auch die Personalstunden von Mitarbeiterinnen angegeben werden, "die am Stichtag 15.3. vom Träger vertraglich vorgehalten wurden, unabhängig davon, ob eine Kraft erkrankt oder aus sonstigen Gründen nicht anwesend ist." Damit wurden auch Mitarbeiterinnen erfasst, die z.B. wegen eines Beschäftigungsverbotes bei Schwangerschaft abwesend sind. Die Maßgabe ergibt sich aus den Hinweisen des Landschaftsverbandes Rheinland zu dem Meldebogen (Seite 4).

Anmerkungen:

Da die Angaben aus dem Meldebogen für statistische Bewertungen verwendet werden, wird damit ein unzutreffendes Bild über die Fachkraft-Kind-Relation, bzw. auch über den Personalschlüssel gezeichnet und verschleiert, dass die Bedingungen in NRW tatsächlich ungünstiger sind, als sie "statistisch" dargestellt werden (können).

Mit einer Email vom 12.3.2011 hatte ich unter Bezug auf aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes zur den Personalschlüsseln in den Bundesländern darauf hingewiesen, dass es Unterschiede im Vergleich zu den Werten aus dem Ländermonitor der Bertelsmann Stiftung zum Stichtag 1.3.2010 gab. Während das Bundesamt für NRW bei Kindern im Krippenalter einen Wert von 1 : 3,6 auswies, hatte die Bertelsmann Stiftung ein Verhältnis von 1: 5,5 ausgewiesen. Würden die tatsächlichen Abwesenheiten berücksichtigt, würden sich die Verhältnisse entsprechend verschlechtern. Zudem ist inzwischen deutlich geworden, dass diese Unterschiedlichkeit durch verschiedene Berechnungsformen entstanden ist, zumal für die im Ländermonitor verwendete Berechnung das "arithmetische Mittel" berücksichtigt wurde, während das Bundesamt vom "Median" ausging.

Egal welche Berechnung verwendet ist, ergibt sich in NRW, dass der Personalschlüssel zu schlecht ist und dringend einer Verbesserung bedarf. Dazu reichen die im KiBiz-Revisiönchen bisher vorgesehen zusätzlichen Ergänzungskraftstunden und das Berufspraktikantensonderprogramm nicht aus.

Um in NRW überhaupt einen zutreffenden Blick auf die tatsächliche Situation zu erhalten, sollte zumindest bei der Erfassung im Rahmen der Meldebögen-Erhebung anstelle der Erfassung der Mitarbeiterinnen nach Anstellung die tatsächlich für die Begleitung von Kindern anwesenden Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter zu berücksichtigen.


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