Kinderbildungsgesetz NRW

KiBiz: Überbelegung in Tageseinrichtungen - Gefährdung des Kindeswohls wird in Kauf genommen!

23.02.2012 Artikel

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In Mülheim sind viele Kindergarten überbelegt. Diese Feststellung in dem Bericht zur Situation in Mülheim des WE vom 23.2.2012 verweist auf eine Problemlage, die mit dem ab 1.8.2013 bestehenden Rechtanspruch auf einen Platz für alle Kinder am dem 2. Lebensjahr zunehmen könnte.

Kommentar:

Die Einschätzung, dass die in Mülheim bestehende Lücke von rd. 180 Plätzen nicht ohne Überbelegungen gedeckt werden könne, macht den Mangel deutlich, dass nicht ausreichend viele Plätze für Kinder unter 3 Jahren, sondern auch der Ausbau für Kinder im so genannten "Kindergartenalter" vernachlässigt wurde. Dabei fehlt nicht nur ein Landesausbauprogramm, mit dem die Errichtung bedarfsgerechter Angebote unterstützt wird, sondern es zeigt sich, dass Jugendämtern ihrer nach dem Sozialgesetzbuch gegebenen Planungsverpflichtung nicht ausreichend nachgekommen sind. Diese schließt nämlich ein, dass auch Vorsorge für einen unvorhergesehenen Bedarf getroffen werden muss. Dass das Schulrecht geändert wurde war einerseits hinlänglich bekannt. Es war aber auch klar, dass keine automatische weitere Vorverlegung mehr zu erwarten war, da die Eltern sowieso in ihrem Recht gestärkt waren und entscheiden konnten, ob die Vorverlegung der Schulpflicht für ihr Kind überhaupt greifen sollte.

Auch wenn die Kommunen jetzt keine Plätze zaubern können, Sie müssten Anstrengungen unternehmen und darin unterstützt werden, bedarfsgerechte Angebote nach Zahl und qualitativ bestmöglicher Ausstattung sicher zu stellen. Die in Mülheim in Kauf genommene Überbelegung bedeutet, dass damit billigend in Kauf genommen wird, dass Kinder nicht zu jeder Zeit die erforderlich Aufmerksamkeit erhalten und die sowieso schlechten Rahmenbedingungen in der personellen Besetzung weiter verschlechtert werden. Damit nimmt das Jugendamt, dass ja gerade Hüter des Kindeswohls sein soll, eigentlich in unverantwortlicher Weise eine mögliche Gefährdung des Wohls einzelner Kinder in Kauf.


Weiterführende Links

  • DER WESTEN 23.2.2012 - Mülheim/Überbelegung

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