Kleine Gruppen in Schulkindergärten für Kinder mit Behinderungen im Schuljahr 2008/2009

Im laufenden Schuljahr 2008/2009 bestehen in Baden-Württtemberg nach Angaben des Statistischen Landesamtes 247 öffentliche und private Schulkindergärten für Kinder mit Behinderungen, in denen zum Stichtag 15. Oktober 2008 insgesamt 4 651 Kinder in 711 Gruppen betreut wurden. Mit einem Anteil von rund 67 Prozent (3 121) waren Jungen gegenüber Mädchen deutlich in der Überzahl. 11 Prozent (507) der betreuten Kinder hatten eine ausländische Staatsangehörigkeit. Bezogen auf die Gesamtzahl der 3- bis 6-Jährigen im Land besuchten 1,2 Prozent aller Kinder einen Schulkindergarten.

02.03.2009 Pressemeldung Statistisches Landesamt Baden-Württemberg

Schulkindergärten für behinderte Kinder sind vorschulische Einrichtungen. Ihr Besuch ist für behinderte Kinder ab 3 Jahren (für körperbehinderte Kinder bereits ab 2 Jahren) vorgesehen, bei denen durch die Schulbehörde ein umfassender sonderpädagogischer Förderbedarf festgestellt wurde, der in allgemeinen Kindergärten auch mit begleitenden Hilfen nicht eingelöst werden kann. Außerdem ist die Zustimmung der Erziehungsberechtigten Voraussetzung für die Aufnahme des Kindes. In Schulkindergärten werden die Kinder auch während der Zeit einer eventuellen – wenn auch eher selten vorkommenden – Zurückstellung vom Schulbesuch gefördert. Die Kinder werden in den Schulkindergärten auf den Besuch eines allgemeinen Kindergartens oder auf die Schule (Grundschule, Sonderschule) vorbereitet. Sonderpädagogische Förderung durch Sonderschullehrer/innen und Bewegungsförderung durch Fachlehrer/innen mit der Ausbildung Physiotherapie sind in das pädagogische Gesamtkonzept integriert.

Die Förderung und Betreuung der Kinder erfolgte in Kleingruppen. Landesweit wurden im Durchschnitt 6,5 Kinder je Gruppe betreut, wobei die durchschnittliche Gruppengröße von 4,7 Kindern im Landkreis Waldshut bis zu 8,1 Kindern im Landkreis Lörrach reichte. 89 Prozent der Kinder wurden überwiegend ganztägig betreut. Zu Beginn des Schuljahres 2008/2009 konnten 292 Kinder wegen Platzmangel nicht in einen Schulkindergarten aufgenommen werden. 526 der in den Schulkindergärten betreuten Kinder (11 Prozent) waren vom Schulbesuch zurückgestellt.

Von den 4 651 in Baden-Württemberg an Schulkindergärten betreuten Kindern besuchten 30 Prozent einen Schulkindergarten für sprachbehinderte Kinder, 28 Prozent einen Schulkindergarten für geistig behinderte Kinder, 27 Prozent einen Schulkindergarten für körperbehinderte Kinder, 5 Prozent benötigen einen Schulkindergarten für Erziehungshilfe, 5 Prozent einen Schulkindergarten für hörgeschädigte Kinder, 4 Prozent einen Schulkindergarten für lernbehinderte Kinder und 1 Prozent einen Schulkindergarten für blinde bzw. sehbehinderte Kinder.

Von den insgesamt 1 695 Personen des Lehr- und Erziehungspersonals, das zu 92 Prozent weiblich war, waren 45 Prozent Lehrerinnen oder Lehrer, 41 Prozent Erzieherinnen oder Erzieher, 6 Prozent Sozialpädagoginnen oder Sozialpädagogen und 8 Prozent hatten eine anderweitige Ausbildung.

Rein rechnerisch standen pro Kind 7,3 Unterrichtsstunden pro Woche für eine Betreuung und Förderung zur Verfügung.


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