KMK erstaunt über Bayern und NRW

(bikl) Die Ankündigung der Ministerpräsidenten Bayerns und Nordrhein-Westfalens, das Inkrafttreten der Rechtschreibreform in ihren Ländern zu verschieben, hat bei der Kultusministerkonferenz (KMK) völliges Unverständnis hervorgerufen.

16.07.2005 Artikel

Die KMK verwies in diesem Zusammenhang auf den erst am 23. Juni dieses Jahres einstimmig gefällten Beschluss der Ministerpräsidentenkonferenz (MPK). Damals hatte die MPK über das Thema beraten und Überlegungen einiger Länder, das Inkrafttreten der Reform um ein Jahr zu verschieben, abgelehnt. "Dies wurde auch vom Vorsitzenden des Rates für deutsche Rechtschreibung empfohlen", unterstrich die Präsidentin der KMK, Prof. Dr. Johanna Wanka.

Klarheit statt Verunsicherung

"Die Menschen in Deutschland aber auch in Österreich und der Schweiz wollen endlich Klarheit. Ein Ausscheren einzelner Bundesländer aus der Vereinbarung führt nicht nur bei Lehrkräften, Schülerinnen und Schülern zu neuer Verunsicherung", so Wanka weiter.

Zweifel an der Standfestigkeit der MKK waren bereits am Donnerstag am Rande der PISA-KMK-Sitzung in Berlin aufgekommen, als Bayerns Kultusminister Schneider auf die entsprechende Fage gegenüber bildungsklick.de ausweichend geantwortet hatte: "Wir werden sehen."

Nach bisheriger Beschlusslage werden ab dem 1. August 2005 Fehler im Zusammenhang mit der Neuregelung der Rechtschreibung nicht nur markiert, sondern auch bewertet. Davon ausgenommen sind vorerst die Bereiche, in denen der von der KMK eingesetzte Rat für deutsche Rechtschreibung für die nächste Zukunft Vorschläge angekündigt hat, nämlich die Getrennt- und Zusammenschreibung, die Worttrennung am Zeilenende und die Interpunktion.

Siehe auch Bildungs-Special Rechtschreibreform.


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