Kita-Tarifkonflikt

"Kommt erst raus, wenn Ihr etwas erreicht habt!" - LEA Hamburg fordert Kompromisse im Kita-Tarifkonflikt

Vor der am Montag beginnenden Verhandlungsrunde im Kita-Tarifstreit fordert der Landeselternausschuss Kindertagesbetreuung Hamburg (LEA) die beiden Kita-Tarifparteien dazu auf, lösungsorientiert und kompromissbereit aufeinander zuzugehen. Ein erneutes Scheitern der Verhandlungen sei keine Lösung:

28.09.2015 Pressemeldung Landeselternausschuss Kindertagesbetreuung Hamburg

"Kommt erst raus, wenn ihr etwas erreicht habt!" greift LEA Vorstandsmitglied Angelika Bock die Forderung der Bundeselternvertretung BEVKI auf und fügt hinzu: "Wir Eltern erwarten, dass sich Gewerkschaften und Arbeitgeber jetzt endlich einigen. Dazu müssen sich beide Seiten bewegen. Das Säbelschwingen auf den Rücken der Eltern muss ein Ende haben".

"Der Dauerstreik über vier Wochen im Sommer hat Eltern und Kinder an die Grenze der Belastbarkeit gebracht, oft darüber hinaus", sagt LEA-Vorstandsmitglied Björn Staschen. "Auch die Geduld von Kollegen und Arbeitgebern der Eltern hat ein Ende. Das Kontingent an freien Tagen ist erschöpft." LEA-Vorstandsmitglied Tobias Joneit ergänzt: "Allein deshalb sind weitere Streiks unverantwortlich."

Die Empfehlung der Schlichter sei einmütig – von Arbeitgeber- wie Arbeitnehmerseite – ausgesprochen worden. Sie habe einen Spielraum für Verhandlungen beschrieben, der nun genutzt werden müsse. "Die Eltern erwarten von Gewerkschaften und Arbeitgebern, dass beide bis an ihre Schmerzgrenze gehen, um zu einer Einigung zu gelangen", erklärt Bock. "Auch die Arbeitgeber müssen sich kompromissbereit zeigen, um in einzelnen Kritikpunkten, z.B. der Laufzeit, den Forderungen der Beschäftigten entgegenzukommen".

"Der LEA unterstützt nach wie vor die Aufwertung des Erzieher-Berufs und fordert, die Gespräche darüber zwischen allen Beteiligten auch nach dem Ende der Tarifrunde fortzuführen. Eine Fortsetzung der Streiks in diesem Tarifkonflikt lehnen wir ab. Das auf der LEA Sitzung am 27. August getroffene Votum hat weiterhin seine Gültigkeit", bringt Joneit in Erinnerung.

Auch die Landes- und Bundespolitik wird nicht aus der Verantwortung entlassen: Eine Aufwertung des Erzieherberufs bestehe aus Elternsicht nicht nur in der besseren Einstufung und Bezahlung der Erzieher, sondern auch und gerade in verbesserten Arbeitsbedingungen, die aber nicht Bestandteil der aktuellen Forderungen und Verhandlungen sind.

Der LEA unterstützt die Forderung nach Aufwertung, die auch eine den Anforderungen und Aufgaben entsprechende Tarifeinstufung enthält, darüber hinaus aber auch mehr Zeit für Elternkontakte, für Beobachtung und Dokumentation und für individuelle Bildungsarbeit, ohne dass dadurch die Betreuung der Kinder insgesamt auf reine Beaufsichtigung zurückgefahren wird oder die Erzieher diese Arbeit in ihrer Freizeit erledigen müssen.


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