Neue Verordnung sichert Qualität in Kindertagesstätten, Personalschlüssel bleibt unverändert

Das Kabinett hat heute (5. Juni) die beabsichtigten Veränderungen in der Landesverordnung für Kindertagesstätten zustimmend zur Kenntnis genommen. "Mit den beschlossenen Änderungen können wir trotz der angespannten Finanzlage der erhöhten Platznachfrage, insbesondere für Kinder unter drei Jahren, gerecht werden", sagte Bildungsministerin Ute Erdsiek-Rave nach der Kabinettssitzung. Dazu trage vor allem ein erweitertes Betreuungsangebot in altersgemischten Gruppen und in der Tagespflege bei. Gleichzeitig sichere die Verordnung die Qualität der Betreuung, unter anderem durch Festlegung von Gruppengrößen und Personalschlüsseln. Im Verordnungsentwurf wurden dabei Ergebnisse der Anhörung berücksichtigt. "Auch vor dem Hintergrund der Diskussion um den Ausbau der Betreuungsplätze für unter Dreijährige ist die neue Verordnung ein wichtiger Schritt. Sie ermöglicht gerade den bestehenden Kindertageseinrichtungen, rasch und flexibel auf den Betreuungsbedarf zu reagieren", sagte die Bildungsministerin. Die Änderungen der Kindertagesstättenverordnung treten am 1. August 2007 zum neuen Kindergartenjahr in Kraft.

06.06.2007 Schleswig-Holstein Pressemeldung Ministerium für Schule und Berufsbildung des Landes Schleswig-Holstein

Ute Erdsiek-Rave unterstrich die Bedeutung altersgemischter Gruppen. "Viele Kindertagesstätten sind mittlerweile nicht mehr ausgelastet, weil die Zahlen bei den Drei- bis Sechsjährigen zurückgehen. Mit den altersgemischten Gruppen besteht die Möglichkeit, das Angebot auf unter Dreijährige zu erweitern", sagte die Ministerin. "Das hat Vorteile für Kinder wie Eltern: Die Kleinsten können bei frühzeitiger Betreuung und Förderung behutsam in den Kindergarten hineinwachsen und gerade Müttern wird es erleichtert, berufstätig zu sein." Zudem wird es den Einrichtungen erleichtert, ihre Angebote der jeweiligen Nachfrage angemessen zu gestalten, indem sie die Gruppengröße gleitend verringern, wenn sie Kinder unter drei Jahren aufnehmen. Die Gruppenstärke ist künftig um jeweils einen Platz für jedes Kind unter drei Jahren, das aufgenommen wird, zu reduzieren, bei drei Kindern unter drei Jahren zum Beispiel von 20 auf 17 Kinder insgesamt. An der Vorgabe, dass eine zweite Fachkraft nötig ist, sobald drei oder mehr Kinder unter drei Jahren in eine Gruppe aufgenommen werden, wird aber festgehalten. Dies ist eine der Regelungen, die in der Expertenanhörung als besonders wichtig angesehen wurde.

Die Kindertagesstättenverordnung regelt erstmals auch die Tagespflege. Sie ist klar von der Arbeit in den Kindertageseinrichtungen abgegrenzt, maximal können fünf Kinder gleichzeitig und zehn Kinder im Laufe einer Woche von einer Person betreut werden. "Deshalb ist es vertretbar, dass Tagespflegegruppen anders als bisher Räume von Kindertagesstätten nutzen dürfen", sagte Erdsiek-Rave.


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