Zusammenarbeit

NRW: Integrationsbegleiterinnen stärken und entlasten Kitas

Das Kinder- und Jugendministerium stellt das erfolgreiche Programm der Integrationsbegleiterinnen neu auf: Gemeinsam mit dem neuen Träger Grone Bildung GmbH hat das Ministerium die Transferstelle „Vielfalt begleiten NRW. Integration in Kita und OGS" entwickelt, die das in Kitas bewährte Projekt auch auf den Offenen Ganztag in Nordrhein-Westfalen ausweitet.

16.09.2026 Nordrhein-Westfalen Pressemeldung Ministerium für Kinder, Jugend, Familie, Gleichstellung, Flucht und Integration des Landes Nordrhein-Westfalen
  • Eine Kinderhand malt auf einem Blatt, daneben steht ein Glas mit Wachsmalstiften. © www.pixabay.de Das Kinder- und Jugendministerium stellt das erfolgreiche Programm der Integrationsbegleiterinnen neu auf.

Frauen mit Flucht- oder Migrationserfahrung unterstützen nach ihrer Qualifikation als Integrationsbegleiterinnen die Verständigung und die Zusammenarbeit zwischen Einrichtungen und mehrsprachigen Familien. Die Transferstelle ermöglicht diese Qualifikation. Dafür stellt das Land für das Jahr 2026 210.000 Euro zur Verfügung. Seit 2017 haben 579 Frauen die Qualifizierung abgeschlossen. Die Transferstelle hat im Mai ihre Arbeit aufgenommen.

Ministerin Verena Schäffer: „Die Transferstelle übernimmt eine wichtige Aufgabe, die an gleich drei zentralen Themen unseres Hauses ansetzt: Frühkindliche Bildung und Betreuung, Integration und die berufliche Integration von Frauen mit Flucht- oder Migrationserfahrung. Gemeinsam mit dem neuen Bildungsträger Grone können wir jetzt inhaltlich neue Impulse umsetzen. Gerade für Frauen mit Flucht- oder Migrationserfahrung ist die neue berufliche Perspektive eine echte Chance, von der auch unsere Fachkräfte in den Kitas profitieren.“

Die Qualifizierung zur Integrationsbegleiterin beinhaltet derzeit eine siebenmonatige Ausbildung, bestehend aus einem viermonatigen schulischen Teil an zwei Vormittagen pro Woche sowie einem dreimonatigen Praktikum in einer Kita mit insgesamt 14 Stunden pro Woche. Zukünftig sollen die teilnehmenden Frauen in der Qualifizierung noch umfangreicher auf das Einsatzfeld Offener Ganztag vorbereitet werden. Zudem sollen datenschutzkonforme digitale Werkzeuge in der Elternkommunikation und Sprachförderung zum Einsatz kommen.

„Wir freuen uns auf die Zusammenarbeit mit Kommunen, Jobcentern und Agenturen für Arbeit, Trägern von Betreuungsangeboten sowie Schulungsanbietern. Wir werden uns an den verschiedenen Schnittstellen aktiv einbringen und weitere Standorte dabei unterstützen, die Qualifizierung zur Integrationsbegleiterin erfolgreich anzubieten“, sagt Dr. Katy Teubener, Leiterin der Transferstelle „Vielfalt begleiten NRW“.

Die Transferstelle unterstützt die landesweite Verbreitung und Weiterentwicklung des Modells der Integrationsbegleiterinnen. Sie entwickelt Rollenprofile und Qualifizierungsmodule, stellt Arbeitsmaterialien und digitale Praxiswerkzeuge bereit und begleitet neue Standorte bei der Umsetzung. Ziel ist es, zusätzliche Standorte in allen fünf Regierungsbezirken Nordrhein-Westfalens aufzubauen und das Modell dauerhaft in unterschiedlichen regionalen Strukturen zu verankern. Derzeit bieten 13 Standorte in Nordrhein-Westfalen die Qualifizierungsmaßnahme an.

Den Anstoß für die Implementierung der Qualifizierungsmaßnahme an neuen Standorten können Kita-Träger, aber auch Jobcenter geben. Vor Ort bedarf es eines Bildungsträgers, der die Schulung nach erfolgreicher Zertifizierung anbieten kann. Auf Grundlage der Zertifizierung kann das Jobcenter Qualifizierungsgutscheine für die interessierten Frauen ausstellen und somit die Ausbildung zur Integrationsbegleiterin finanzieren. Diesen Prozess begleitet die Transferstelle.

Neu ist außerdem die Bereitstellung von Praxisideen für Fachkräfte in Kitas und OGS. Der Praxisideen-Finder bietet 116 Aktivitäten zu den Themen Zugehörigkeit, Mehrsprachigkeit, Gefühle und Fairness. Die Vorschläge lassen sich nach dem Alter der Kinder, der verfügbaren Zeit und dem vorhandenen Material filtern.

Der Vielfalt-Kompass ergänzt das Angebot um einen Selbstcheck für Teams. Er regt Einrichtungen dazu an, den eigenen Umgang mit Vielfalt zu reflektieren. Der Selbstcheck verzichtet auf Bewertungen und speichert keine Daten.

Beide Werkzeuge sind kostenfrei und ohne Anmeldung nutzbar. Weitere Angebote für Kindertageseinrichtungen und den Offenen Ganztag sind in Vorbereitung.


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