KiTa-Ticker didacta 2012

Prof. Fthenakis fordert Kommunen auf, Kinder zum Mittelpunkt der Politik zu machen

16.02.2012 Artikel
  • © Gerhard Stranz

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Ich könnte nicht ruhig schlafen, wenn im kommunalen Bereich durch Handeln oder Unterlassen die Benachteiligungen nicht nur verschärft, sondern nicht beseitigt werden. Mit dieser aufweckenden Einschätzung plädierte Prof. Dr. mult. Fthenakis, Präsident des didacta-Verbandes, auf der Bildungskonferenz der Kommunen dafür, tatsächlich die Bedarfslage der Kinder in den Mittelpunkt der kommunalen Politik zu stellen und die Bildungsfrage zu der zentralen Aufgabenstellung aller Kommunen zu machen. Es müssten jetzt die bestehen Bildungbedingungen geschaffen werden.

Der Vorsitzende der Arbeitsgemeinschaft der Kommunalen Spitzenverbände, Bernhard Reuter, bestätigte zwar unter Hinweis auf den Beitrag Prof. Fthenakis, dass Bildung als Fundament eine zentrale Bedeutung zukommt und Bildungschancen Lebenschancen sind. Einige Minuten später beschrieb er mit Hinweis auf die eingeschränkten finanziellen Möglichkeiten der Kommunen und die erwartete Landesförderung, dass die Kommunen derzeit keinen Spielraum haben, um neben dem Ausbau der Plätze für Kinder unter 3 Jahren nicht auch gleichzeitig nicht noch die Qualität verbessert werden kann.

Kommentar: Wieder einmal ist die übliche Rethorik deutlich geworden, mit der die Bedeutung der Bildung betont wird, aber nicht die notwendigen Konsequenzen gezogen werden,. Die Ausbauverpflichtung auch für Plätze für Kinder unter 3 Jahren ist den Kommuen durch das SGB VIII - Kinder- und Jugenhilfe - seit dem Jahr 1992 bekannt, zumal sie sogar verpflichtet sind, auch die Deckung eines unvorhergesehenen Bedarf sicherstellen müssen.

So ist Niedersachsen vor NRW mit das Schlüsslicht bei der Bedarfsdeckung für Kinder unter 3 Jahren. Da die Ausbauverpflichtung schon lange bsteht, können sich die Kommunen jetzt auch nicht auf das Konnexitätsprinzip berufen und weitergehende Anstrengungen für einer erhöhten Landesförderung abhängig machen. Wer nur mehr Räume schafft, aber nicht gleichzeitig für mehr Personal sorgt und die sowieso ungünstigen personellen Bedingungen verbessert, verschlechtert die Bildungschancen und nimmt sogar eine Kindeswohlgefährdung in Kauf. So haben die gut klingenden Worte von "Bildungschancen" einen fahlen Beigeschmack.


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