Rechtschreibreform: eine endlose Geschichte?

(bikl) Eine weitere Wortmeldung: Der Geschäftsführer der Deutschen Verlags-Anstalt, Jürgen Horbach, hat die vollständige Rücknahme der neuen Rechtschreibregeln gefordert und zwar in der Bild-Zeitung.

05.08.2004 Artikel

"Wir haben ein völliges Wirrwarr", sagte der Verleger in der Donnerstagsausgabe. Fast alle über 30-Jährigen nutzten noch die alte Rechtschreibung. Schulkinder müssten dagegen die neuen Regeln lernen, während sie außerhalb der Schule mit ganz anderen Schreibweisen konfrontiert würden. "Das ist Anarchie, ein unhaltbarer Zustand", kritisierte er. Tags zuvor wusste die Bild-Zeitung von einer Wiesbadener Pädagogin zu berichten, die die "Schlechtschreibung" (ein neues Wort für den Duden?) boykottiere. "Immer öfter", so wurde sie mit der wenig feinen Äußerung zitiert "begegnet mir eine Scheiß-Egal-Haltung nach dem Motto: Ich schreibe, wie ich will, die Regeln versteht ja eh niemand."

In der letzten Woche hatte sich bereits der Leiter der Dudenredaktion, Matthias Wermke, zu Wort gemeldet "Die Diskussion um die Rechtschreibung ist so alt wie die Rechtschreibung selbst", erklärte er im Bayerischen Rundfunk. "Was wir jetzt erleben, ist eine Wiederholung der Geschichte." Und: "Vom Inhalt her ist die Sache den Streit nicht wert. Nur etwa zwei Prozent der Wörter eines normalen Textes werden durch die Rechtschreibreform verändert." Die dienen - nach Absicht der Reformer - der Vereinfachung. Und diese zwei Prozent erschüttern die Republik.


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